Ortskerne als Rückzugsräume?

23. August 2009 Allgemein Kommentare deaktiviert

Seitdem Entschleunigung in unserer Gesellschaft ein Thema ist, hat der Begriff Rückzugsraum Hochkonjunktur. Doch was sind diese Rückzugsräume eigentlich – was zeichnet diese aus? Zuflucht vor Stress und Hektik findet jeder von uns an einem anderen Ort. Zum einen kann die Natur ein solcher Rückzugsort sein, wo man tatsächlich Stille und Ruhe erlebt. Ein etwas belebterer Rückzugsraum kann jedoch auch ein  Ortskern sein. Was macht einen Ortskern nun zu einem hochwertigen Rückzugsort?

...in diesem Dorf finden Sie den perfekten Rückzugsort

...in diesem Dorf finden Sie den perfekten Rückzugsort

Der Versuch dies zu beschreiben kann auf den allseits beliebten Begriff der Stimmigkeit reduziert werden…wie erreicht man aber diese Stimmigkeit? Als kurze Erläuterung soll Nachstehendes dienen:

  • Ohne Ortkern (Struktur) kein greifbarer Raum.
  • Plätze – die Brennpunkte des Ortskerns – definieren den Raum.
  • Wo Sichtachsen begrenzt werden entsteht Raum.
  • Sind Landmarks vorhanden die den Platz unverwechselbar machen? Kirchen, Brunnen usw…
  • Plätze müssen lebendig sein – sie haben seit jeher eine soziale Funktion.
  • Welche Strukturen herrschen am Platz? Kleine Strukturen sind greifbar, geben uns Orientierung.
  • Wer erfüllt den Platz mit Leben – Gäste, Einheimische? Authentizität kann nur durch lokale Bevölkerung entstehen.

Damit ein Ortskern zu einem Rückzugsort werden kann, braucht es eine gelungene Mischung. Wer Stimmigkeit in Ortkernen kreieren will, stellt einen  hohen Anspruch an sich. Als Planer kann man lediglich den Rahmen für ein erfolgreiches Projekt vorgeben. Ob dieser Rahmen dann auch genutzt wird und mit welchem Leben er erfüllt wird hängt von der lokalen Bevölkerung ab.

P.S.: Wer Stimmigkeit im Dorf erleben will, dem sei eine laue Sommernacht am Ortsplatz von Andreis empfohlen. Entdeckt während meiner Urlaubswoche in den Friulanischen Dolomiten.

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