Bedienungsanleitung

13. September 2009 Allgemein Kommentare deaktiviert

Inwertsetzung von Regionen, Landschaften, Kulturen oder der Natur!? Was steckt dahinter, was versteht man darunter. Ich möchte versuchen dieses Rätsel in ein paar Zeilen aufzulösen:

Nehmen wir den Tourismus als Beispiel. Gäste kommen in die Alpen mit dem Ziel schöne Landschaft zu erleben (85% der Gäste). Diese Tatsache ist nichts Neues. Auch wenn es Kriterien für schöne Landschaft gibt (z.B. Kleingliedrigkeit), so liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters. Landschaftserlebnisse dramaturgisch zu gestalten ist nun ein erster Schritt in Richtung Inwerstetzung. Doch greift z.B. die reine Gestaltung von Aussichtsplattformen zu kurz, man lässt das eigentliche Potential der Landschaft unausgeschöpft: seine Geschichte.

Der Landschaftsraum setzt sich aus unendlich vielen Elementen zusammen, die alle eine Geschichte haben. Wissen sollte man nun, dass der Mensch darauf programmiert ist,verstehen zu wollen. Er will die Geschichte der Landschaft erzählt bekommen. Er will begreifen, er will verstehen, das Ursprüngliche und Authentische erfahren.

Informationsvermittlung ist daher notwendig, zielgruppengerechte Aufbereitung sollte dabei eine Selbstverständlichkeit sein. Das bedeutet für Printmedien in der Regel Bilder und wenig Text. Informationsvermittlung wird durch greifbare und interaktive Elemente “zum selber Erleben” intensiviert. Guides – aus Fleisch und Blut – geben dem Informationstransfer eine exklusive Note und sorgen zusätzlich für lokale Wertschöpfung und die Bewahrung von Wissen.

Dieses durch Informationen vermittelte “Mehrwissen” ermöglicht es nun dem Gast die Landschaft zu begreifen.  Er erkennt den Wert der Landschaft. Das Bild in seinem Kopf besteht nicht mehr “nur” aus Kühen, Almen und Berggipfeln. Der Gast erfasst das ganze Gefüge, erkennt die Mühsal der Almarbeit, schätzt zum Beispiel den Wert und die Funktion einer mit Muskelkraft errichteten  Wasserzuleitung. Die dargebotene Information lenkt das Verständnis, gestaltet das Bild im Kopf des Gastes. Wenn alles richtig gemacht wurde, entsteht Wertschätzung durch den Gast. Diese ergibt sich natürlich nur, wenn  das “Gebotene” auf der Werteskala des Gastes  hoch angesiedelt ist.

Was sehen Sie? Verstehen Sie die Landschaft? Welche Informationen brauchen Sie zum Verstehen?

Was sehen Sie? Verstehen Sie die Landschaft? Welche Informationen brauchen Sie um die Landschaft zu begreifen?

Der letzte Schritt stellt den Übergang von der Wertschätzung zur Wertschöpfung dar. Dem Gast die Möglichkeit bieten, ein Stück von seinem Erlebnis mitnehmen zu können.  Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Zusammengefasst kann Inwersetzung als Bedienungsanleitung für z.B. eine Region verstanden werden: Landschaftserlebnisse dramaturgisch gestalten – gezielt Informationen streuen – ein Stück zum Mitnehmen anbieten.

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