Wieso Graf Dracula nicht funktioniert!?

8. Oktober 2009 Allgemein Kommentare deaktiviert

Am letzten Wochenende war ein recht interessanter Artikel über Rumänien bzw. das Geschäft mit der Legende des Grafen Dracula in der Presse nachzulesen. Eigentlich ging es um das nicht funktionierende Geschäft mit dem Thema. Unterschiedliche Veranstaltungen und Anbieter wollen mit dem Blutsauger Geld machen, doch scheint das Thema nicht zu “ziehen” bzw. agiert man ziemlich planlos.

Graf Dracula - die Softvariante

Graf Dracula - die "Softvariante"

Die Ursachen dafür, dass das Thema nicht anspringt, sind sicherlich vielfältiger Natur. Prinzipiell ist aus meiner Sicht aber auch folgender Umstand maßgeblich: Dracula ist ein Mythos. Damit wäre eigentlich eine ideale Bedingung für die Vermarktung gegeben. Mythen charakterisieren sich dadurch, dass man sie für gegeben hält. Man fragt nicht nach was ist wahr und was Geschichte. Geht man tiefer in den Mythos Dracula so erkennt man jedoch, dass der Graf Dracula in  negativ im Sinne von Angst und Furcht belegt ist (Konotation). Negative Emotionen erzeugen “negative” Handlungen, Furcht vor etwas  löst Fluchtverhalten aus. Meiner Meinung nach eignet sich solch ein Mythos nur für einen singulären Themenpark, der in einer starken Tourismusregion mit großer Bettenkapazität und starker Auslastung  gebaut werden kann. Als Zugpferd für einen nachhaltigen Tourismus, der auf die kulturelle Besonderheit einer Region eingeht, eignet sich die Marke Dracula nicht. Wo im Erlebnisraum zwischen Landschaft und Kultur kann man diesem Mythos nachspüren?  Was ich (auf Urlaubsbildern von Bekannten) von Rumänien gesehen habe, passt Dracula zur rumänischen Landschaft wie ein Atomkraftwerk auf eine österreichische Alm.

Das Potenzial Rumäniens lässt sich sicherlich auf andere Art und Weise heben.

Diesen Inhalt teilen