Gedanken zum Wintertourismus

4. November 2009 Allgemein Kommentare deaktiviert

Der Winter steht schon vor der Türe, Kunst- und Naturschnee scharren schon in den Startlöchern. Das Wetter bis zu den Weihnachtsfeiertagen wird die tourismuspolitischen Themen vorgeben. Denn bleiben Natur- und Kunstschnee aus, kommt wie das Amen im Gebet wieder die Diskussion um den Klimawandel und Alternativen im Wintertourismus auf.

So muss der Winter aussehen!

So muss der Winter aussehen!

Mit dem Schnee schmilzt  ein Teil des Alpen-USP formuliert Martin Lohmann treffend. Damit trifft er hinsichtlich des Wintertourismus in den Alpen den Nagel auf den Kopf. Wer fährt in die Alpen ohne Schnee? Die Gäste kommen zum Schifahren bzw. wegen dem Wintererlebnis. Sollte der Klimawandel wirklich so massiv zuschlagen, dass die Schneesicherheit unter 1500m nicht mehr gegeben ist und wir im Hochwinter mit einer grünen (0der braunen) Landschaft rechnen müssen, wo liegt dann das USP der Alpen? Wieso nicht in den Schwarzwald fahren, oder in die Bucklige Welt? Was zeichnet die Alpen dann noch aus?

Die klassischen Massenskiorte werden es zukünftig grundsätzlich schwer haben. Der Kunde wird anspruchsvoller und bewegt sich immer stärker vom “Haben zum Sein”. Er sucht dasIndivduelle, Besondere und Persönliche. Kleine Skidestinationen die sich geschickt positionieren, können die Gewinner werden. Große Skigebiete werden um Besucherfrequenzen kämpfen müssen, es wird ein hartes Wettrüsten kombiniert mit einem Preiskampf. Dieser Trend wird nun noch zusätzlich vom diffusen Klimawandel überlagert. Die Klimaentwicklung ist noch schwieriger einzuschätzen als die Werteentwicklung und somit die Nachfragetrends.  Die Nachfrageentwicklung ist bei stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen noch vergleichsweise einfach vorherzusehen. Klimatische Entwicklungen zu prognostizieren bleibt ein äußerst vages Unterfangen. An ernsthaften Alternativen im Wintertourismus wird man daher voerst nicht arbeiten. Dafür sind die Klimaveränderungen für die Akteure zu unsicher und die Alternativen zu verschneiten Alpendörfern zu schwer vorstellbar.  Wellnessoasen und Gesundheitstourismus als Ersatz zum Skitourismus und Wintererlebnis? Das funktionieren auch außerhalb der Alpen, neues USP ist das keines.

Die wintertouristische Macht der Alpen ist in Gefahr. Der Wachstumstrend scheint im dem Lichte der Werteentwicklung, des Klimawandels, steigender Transport- & Energiekosten und nicht zuletzt auf Grund der Wirtschaftskrise seinen Aufwärtstrend nicht fortsetzen zu können.

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