Lokale Agenda 21 in Tirol

16. November 2009 Veranstaltungen Kommentare deaktiviert

Letzten Freitag (13.11.2009) fand in Innsbruck die Kick-Off Veranstaltung für den Lokale Agenda 21 Prozess in Tirol statt. Die LA21 ist ein so genannter „Bottom up Prozess“, der auf Gemeindeebene abläuft und von den Bürgern getragen werden soll. Die Idee dahinter: Gemeindebürger gestalten unter professioneller Betreuung im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde.

(c) Martina Schmalnauer

(c) Martina Schmalnauer

Die große Frage die sich bei dieser Veranstaltung wieder stellte: Seit über 20 Jahren wird versucht das Thema Nachhaltigkeit umzusetzen. Die Ergebnisse sind bis dato sehr bescheiden. Mein letzter Artikel führt auf die Spur warum die Ergebnisse so dürftig sind. Nachhaltigkeit in einem nicht nachhaltigen System zu erreichen, ist wie die Quadratur des Kreises. Diese Tatsache wurde in 2 Vorträgen von Hans Augustin bzw. Josef Heringer auch angesprochen. Nachstehend ein paar Zitate aus ihren Vorträgen:

Wir müssen die Fähigkeit des Erkennens fördern. (HA)

Wir rechnen nicht mehr mit Gott, das ist ein schwerer mathematischer Fehler. (HA zitiert Taschner)

Es geht nicht nur um Kosmetik. (HA)

Wir sind auf der Suche nach Identität … Der Schlüssel liegt im persönlichen Selbstwertgefühl der Bevölkerung. (JR)

Wir brauchen „High-Low-Tech“. (JR)

Vor allem das Finanzsystem soll national sein. (JR zitiert Keynes)

Interessant war auch der Vortrag von Kriemhild Büchel-Kapeller, die über den Zustand bzw. die Bildung von Sozialkapital sprach. Sie konstatierte: „Der soziale Kit wird brüchig“. Das Sozialkapital bräuchte ein Konjunkturpaket. Sie forderte „Menschen zu bewegen statt Papier zu produzieren“. Um Menschen zu aktivieren bedarf es der Kommunikation einer Vision. Einer Vision mit Zugkraft, einer Vision von Lebensqualität. Damit sich in unserer Gesellschaft etwas ändert, müssen die Menschen ihre Komfortzone verlassen, so lautet ihr Aufruf. Dazu bedarf es Bewusstseinbildung. Diese Bildung ermächtigt die Bevölkerung zum Handeln, was wiederum zu Änderungen in der Struktur führt.

Die Vorträge führten in Summe vor Augen, was für jegliche nachhaltige Entwicklung notwendig ist. Projekte die nicht von unten wachsen und gleichzeitig von oben mit-getragen werden, können per se nicht nachhaltig sein. Der Hut brennt, der strukturelle Wandel deutet sich überall schon an. Ob als einfacher Bürger, Unternehmer oder Politiker, alle sind wir gefordert unsere Komfortzone zu verlassen und zu handeln.

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