Archiv für November 2009
Wir wollen – wissen aber nicht wie!
Seit dem ersten “Online-Nachhaltigkeitsgipfel” sind schon etliche Tage vergangen, die für mich gewonnene Erkenntnis ist jedoch “zeitlos”: Der Wille nachhaltig zu agieren ist da, aber keiner weiß wie! So würde ich meinen persönlichen Eindruck des Gipfels zusammenfassen.
![Steht der Erde das Wasser bis zum Hals? [letro-foto.de]](http://www.letro-foto.de/images/erdkugel_480.jpg)
Steht der Erde das Wasser bis zum Hals? Quelle: letro-foto.de
Ein neues Verständnis von Unternehmenserfolg und adäquate Messgrößen wären ein erster Schritt, darüber herrschte auch am Nachhaltigkeitsgipfel größtenteils Einvernehmen. Doch der Weg zu dieser “einfachen” Forderung liegt noch im Dunkeln. Wie soll man ein neues Denkmodell zum Thema Unternehmenserfolg und neue, dazu passende Inidkatoren aufbauen und implementieren? Aus meiner Sicht der Dinge müsste man das Pferd von hinten aufzäumen, um zu erkennen wieso wir bzw. Unternehmen nicht nachhaltig agieren. Dann würden die Hürden am Weg zu mehr Nachhaltigkeit wahrscheinlich umgehend zu Tage treten und wir würden wissen, wo wir ansetzen müssen.
Seit Jahrzehnten kreist die Gesellschaft nun schon um das Thema Nachhaltigkeit ohne ihr tatsächlich näher zu kommen. Wohlwissend, dass wir so nicht weitermachen können (Klimawandel usw.), treten wir auf der Stelle und drehen uns im Kreis. Wir wollen – wissen aber nicht wie!
P.S.: Ich werde das Pferd von hinten aufzäumen und in einem nachfolgenden Artikel die Ergebnisse meines persönlichen Denkprozesses darstellen.
Gespräche sind Märkte
Web 2.0 ist in aller Munde. Ich will an dieser Stelle nicht länger ausführen was man darunter versteht und wie es funktioniert. Wer mehr Infos braucht möge bitte folgenden Link verwenden.
Prinzipien des Web 2.0s - Wikipedia
Was ich an dieser Stelle herausstreichen möchte, ist die Stärke der Web 2.0 Idee – im besonderen die Elemente des Social-Webs. Die Werteforschung lehrt uns, dass sich in Zeiten flacher gesellschaftlicher Hierarchien Lifestylegruppen herausbilden, die für den Mensch als Orientierungsrahmen dienen. Der Mensch ordnet sich (unbewusst) einer dieser Gruppen zu und orientiert sich an seiner Lifestylegruppe. Diese Gruppen organisieren sich und kommunizieren. Das Web 2.0 mit seinen Social Plattforms ist dafür das Medium. Was wird dort geredet, wer empfielt was, wo muss man hin. Genau dass passiert im Social Web. Gespräche finden statt, Meinungen werden ausgetauscht, Bewertungen durchgeführt. Es wird für Transparenz gesorgt.
Das Web 2.0 ist nichts anderes als eine Ausdehnung der Praktiken und Gespräche im Freundeskreis auf ein nationales oder sogar globales Niveau.
Bei Tourismuszukunft gibt es immer wieder gute Beiträge zu diesem Thema, so auch neulich >Link<.
Web 2.0 im Tourismus stärkt die Transparenz, erhöht die Glaubwürdigkeit von Tourismusdestinationen, Gäste werden zu Werbeträgern und Kundenbindungen können gestärkt werden. Das Zeitalter der Einbahnkommunikation in der Werbung ist Geschichte. Die Konsumenten sind reifer geworden. Sie organisieren und informieren sich auch ohne die klassische Werbung. Wem Vertrauen sie mehr, einem Hochglanzprospekt oder der Empfehlung eines Freundes?
Gedanken zum Wintertourismus
Der Winter steht schon vor der Türe, Kunst- und Naturschnee scharren schon in den Startlöchern. Das Wetter bis zu den Weihnachtsfeiertagen wird die tourismuspolitischen Themen vorgeben. Denn bleiben Natur- und Kunstschnee aus, kommt wie das Amen im Gebet wieder die Diskussion um den Klimawandel und Alternativen im Wintertourismus auf.

So muss der Winter aussehen!
Mit dem Schnee schmilzt ein Teil des Alpen-USP formuliert Martin Lohmann treffend. Damit trifft er hinsichtlich des Wintertourismus in den Alpen den Nagel auf den Kopf. Wer fährt in die Alpen ohne Schnee? Die Gäste kommen zum Schifahren bzw. wegen dem Wintererlebnis. Sollte der Klimawandel wirklich so massiv zuschlagen, dass die Schneesicherheit unter 1500m nicht mehr gegeben ist und wir im Hochwinter mit einer grünen (0der braunen) Landschaft rechnen müssen, wo liegt dann das USP der Alpen? Wieso nicht in den Schwarzwald fahren, oder in die Bucklige Welt? Was zeichnet die Alpen dann noch aus?
Die klassischen Massenskiorte werden es zukünftig grundsätzlich schwer haben. Der Kunde wird anspruchsvoller und bewegt sich immer stärker vom “Haben zum Sein”. Er sucht dasIndivduelle, Besondere und Persönliche. Kleine Skidestinationen die sich geschickt positionieren, können die Gewinner werden. Große Skigebiete werden um Besucherfrequenzen kämpfen müssen, es wird ein hartes Wettrüsten kombiniert mit einem Preiskampf. Dieser Trend wird nun noch zusätzlich vom diffusen Klimawandel überlagert. Die Klimaentwicklung ist noch schwieriger einzuschätzen als die Werteentwicklung und somit die Nachfragetrends. Die Nachfrageentwicklung ist bei stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen noch vergleichsweise einfach vorherzusehen. Klimatische Entwicklungen zu prognostizieren bleibt ein äußerst vages Unterfangen. An ernsthaften Alternativen im Wintertourismus wird man daher voerst nicht arbeiten. Dafür sind die Klimaveränderungen für die Akteure zu unsicher und die Alternativen zu verschneiten Alpendörfern zu schwer vorstellbar. Wellnessoasen und Gesundheitstourismus als Ersatz zum Skitourismus und Wintererlebnis? Das funktionieren auch außerhalb der Alpen, neues USP ist das keines.
Die wintertouristische Macht der Alpen ist in Gefahr. Der Wachstumstrend scheint im dem Lichte der Werteentwicklung, des Klimawandels, steigender Transport- & Energiekosten und nicht zuletzt auf Grund der Wirtschaftskrise seinen Aufwärtstrend nicht fortsetzen zu können.