Elmar Altvater in Innsbruck

4. Dezember 2009 Veranstaltungen Kommentare deaktiviert

Wer sich ernsthaft mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigt und den  Begriff inhaltlich ausfüllen möchte, der weiß wie schwer es ist einem Zustand der Nachhaltigkeit in der Realität näher zu kommen.  Ich habe dies schon in mehreren Artikeln angesprochen.

In diesem Zusammenhang ist ein bemerkenswerter Vortrag von Prof. Elmar Altvater, den er vorgestern in Innsbruck gehalten hat, zu erwähnen. Kurz gefasst könnte man sagen: Huston wir haben ein Problem. Wir sind an den Grenzen des Wachstums angelangt und fast keiner merkt es. Wir schrauben an einem System im Glauben es zukunftsfähiger machen zu können. Wir glauben mit ein paar Finanzspritzen, Arbeitsmarktpaketen und ein klein wenig Mülltrennung können wir einfach so weiter machen. Nur nicht die Komfortzone verlassen.

Elmar Altvater hat in seinem Vortrag eindringlich auf die Fehler unseres Systems hin gewiesen. Die Krise die wir jetzt als Finanz- und Wirtschaftkrise wahrnehmen hat viel tiefere Ursachen als die meisten von uns glauben. Wir haben es mit einer Verschränkung von unterschiedlichen Krisen zu tun: Finanz, Wirtschaft, Energie, Klima, Soziales. Das “besondere” and dieser Situation ist der Umstand, dass sich all diese Krisen auf einem globalen Niveau abspielen. Dies ist in diesem Umfang eine Novität und macht die Situation auch so brisant. Elmar Altvater (sowie ein zunehmende Zahl an Wissenschaftlern und Wissenden) fordert eine Konzentration auf die lokalen Ressourcen und Potentiale. Er spricht von neuen (bzw. wiederzuentdeckenden) Eigentumsformen, von dezentraler Energieversorg und einer Wirtschaft ohne quantitativem Wachstum.

Der Vortrag und die nachfolgende Diskussion hat wieder gezeigt, dass sich ein struktureller Wandel ankündigt. Dieser wird seinen Ausdruck in allen gesellschaftlichen Bereichen finden. Die Geschwindigkeit des Wandels kann man schwer voraussagen, doch werden sich aufgrund der weiter oben angesprochenen Krisen und der damit verbundenen “Einschränkungen” starke Veränderungen in unserem gesellschaftlichen Umfeld ereignen, die besonders in einem Tourismusland wie Österreich stark zu spüren sein werden.

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