Wenn Touristiker schlafen

12. Januar 2010 Allgemein 1 Kommentar

Schifahren ist des Österreichers liebste Winterbeschäftigung – behaupte ich. Was sich jedoch in den letzten Jahren massiv geändert hat, sind die Aufstiegshilfen der Skifahrer. Während man vor 10 Jahren noch verhöhnt wurde wenn man mit den Tourenskiern am Pistenrand hinaufstapfte, so ist das heute das klassische Bild in allen Skigebieten. Karawanen ziehen mittlerweile die Berge hoch. Tourengehen in Skigebieten wird von den meisten Touristikern und Skigebietsbetreibern als Problem gesehen, die Chance, die in dieser Entwicklung steckt, wird nicht gesehen. Es herrscht ein Problemorientierung vor, es geht lediglich um Konfliktbewältigung.

Wintertraum auf Tourenskiern

Wintertraum auf Tourenskiern

Ich möchte die bekannten Probleme die es tatsächlich gibt nicht verniedlichen. Es um etwas ganz anderes, viel größeres. Die Touristiker und Skigebietsbetreiber sind endlich dazu aufgerufen, den Tourengeher als vollwertigen Gast zu akzeptieren und auch adäquate Angebote zu schaffen. Die moderne Managementlehre, die sich an kybernetischen Prinzipien orientiert, lehrt uns der Funktionsorientierung den Vorzug gegenüber der Produktorientierung zu geben. Was bedeutet dies mit einfachen Worten? Der Wintertourismus ist aus meiner Sicht zu stark produktorientiert. Das Produkt “Pistenskifahren” dominiert den Winterurlaub. Die Funktion in diesem Zusammenhang wäre der Urlaub im Schnee und diese Funktion wird weiterhin bestand haben. Beim Produkt Pistenskifahren dürften wir in Österreich den Zenit erlangt haben. Sättigung in den Hauptquellmärkten wie z.B. Deutschland und die demografische Entwicklung in den westlichen Ländern bieten ungünstige Rahmenbedingungen. Was die österreichischen Skigebiete rettet ist der Gast aus Osteuropa. Dessen Anreise steht jedoch ökonomisch noch auf sehr tönernen Beinen.

Hoteliers, Vermarkter, Skigebietsbetreiber usw. sind gefordert ihre Produktfokusierung “Pistenskifahren” zu verlassen und Infrastruktur, Packages und Dienstleistungen für Skitourengeher zu schaffen.

Kommentare

  1. Hohenwarter G. sen.

    Es ist mir schon sehr lange unverständlich, warum dieses Segment der Wirtschaft so wenig beworben wird. Nicht nur in der Tourismusbranche, sondern auch im Sportartikelhandel – zumindest bei uns in Villach – müßte der Kunde noch viel besser bzw. effizienter umworben werden.

    Geschrieben am 12. Januar 2010 um 23:31 Uhr •

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