Nachhaltiges Finanzsystem & nachhaltige Energieversorgung gefordert
Reiseintensiv sind diese Tage für mich. Doch hat sich der Aufwand bis dato ausgezahlt. Letzten Donnerstag trat ich die Fahrt ins weit entfernte Pielachtal an, um der Einladung von Johann Weiss vom Steinschalerhof zu folgen. Der Nachhaltigkeitspionier hatte zu den Steinschaler Kamingesprächen geladen. Thema des Abends: Was hat das Finanzsystem mit Nachhaltigkeit zu tun. Als Redner war Prof. Wohlmeyer angekündigt. Es waren interessante & teilweise besorgniserregende Einblicke in unser Finanzsystem. Wie wir es drehen und wenden, die Loslösung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft wird zu einer Implosion des Systems führen. Die Frage ist, ob wir es schaffen eine geordnete Implosion zu organisieren, oder ob es „einfach geschehen wird“. Nach angeregter Diskussion folgte ein gemütlicher Abend im Steinschalerhof. Am nächsten Tag ging es weiter nach Wels zum Symposium „Energieautarke Gemeinde“.
Ca. 150 Gemeindevertreter waren in Wels erschienen, um sich zu dem Thema zu informieren. Neben vielen Informationen über Förderprogramme und einem anregenden World Cafè, in dem sämtliche Handlungsebenen der Gemeinden diskutiert wurden, waren der Vortrag von Prof. Kromb-Kolb, bzw. die „Best practice Beispiele“ der Gemeinden Windhaag, Güssing und Langenegg die Highlights des Tages. Während der Aufstieg Güssings ohne massive Ziel I Gebietsförderung durch die Europäische Union nicht möglich gewesen wäre, „leben“ die Initiativen in den anderen beiden Gemeinden sehr stark von bürgerlichem Engagement.

Energieversorgung wird neu gedacht! Quelle:www.schueco.com
Ihre Ausführungen über Peak Oil und Klimawandel schloss Prof. Kromp Kolb mit einem klaren Appell die Werte unserer Gesellschaft zu überdenken. Sie sprach das fortwährend Krisen produzierende Zinseszins-System an (alle 60 Jahre), forderte auf darüber nachzudenken wie ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum aussehen könnte und dass wir lernen müssen, längerfristig zu denken. Schlussendlich brauchen wir eine Stärkung der Zivilgesellschaft. Wir stehen vor einem kulturellen Epochenwandel.
Die klare Botschaft beider Veranstaltungen: Business as usual wird unsere aktuelle Situation verschärfen. Endloses Wachstum ist auf einem endlichen Planeten nicht möglich. Diese Erkenntnis muss uns zu mehr Effizienz, zu Suffizienz und zu neuen Denkweisen führen.
Das gegenwärtige Geldsystem, der Monetarismus, ist ein Betrug am demokratischen Souverän. Leider ist der Prozess der privaten Geldschöpfung für den größten Teil der Bevölkerung nicht verständlich. Die meisten Menschen benutzen Fiatgeld ohne zu Wissen wie es entsteht, was sehr im Sinne der Inhaber der Schöpfungsrechte dieser Geldform ist, die das gegenwärtige Fiatgeldsystem absichtlich intransparent gestaltet haben. Die von den privaten Geldschöpfern geschürte Klimahysterie dient nur dazu, globale CO2-Verschmutzungsrechte und darauf basierende Derivate für den internationalen Geldverkehr zu erfinden.
Derivate plündern seit seit der Clinton-Ära den Wert der Fiatwährungen höchst effizient und sind ein Instrument der privaten Geldschöpfer, die einfachen Nutzer des Fiat-Geldes (Bürger) zu schröpfen. In der gegenwärtigen Finanzkrise sind wir Zeuge einer gewaltigen Plünderungs-Aktion. Die Eliten die den Fiat-Geldmarkt manipulieren und steuern, destabilisierten absichtsvoll mit Hilfe von im Grunde wertlosen Derivaten das auf Breton-Woods basierende Fiatgeldsystem, um sich extrem zu bereichern und eine neue globale Geldordnung in ihrem Sinne (Neue Weltordnung) nach dem Kollaps des bestehenden Systems zu realisieren.
Ich gehe davon aus, dass die allgemeine Ressourcendepletion ein globales Wirtschaften wie im 20. Jahrhundert bald unterbinden wird und ein neues relokalisiertes Zeitalter der Ökonomie beginnen wird. Wir sollten diesen Übergang als eine Chance betrachten und dazu nutzen, die alten Herren des monetären Systems zu entmachten um eine gerechtere und transparentere Geldordnung ganz im Sinne des demokratischen Souveräns zu erzeugen. Auch staatliche Geldschöpfung muss wieder möglich werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Zukunft der Erde und der Menschheit egoistischen privaten Eliten gehört.
Wie Geld in den Umlauf kommt ist sicherlich den meisten unbekannt. Ich glaube es war ein amerikanischer Präsident, der einmal sinngemäß sagte: Wenn die Bevölkerung wüsste wie das Geldsystem funktioniert gäbe es morgen einen Volksaufstand.
Eine Anmerkung noch zum Klima: Dass der Klimawandel von statten geht ist sicherlich unbestritten. Hysterie bringt uns nicht weiter. Es bleibt zu hoffen, dass die Gesellschaft “aufwacht”, denn wenn ich heute in der Presse von neuen 450 Atomkraftwerken bis 2030 lese wird mir Angst & Bang.