Gefangen in der Zwickmühle

23. März 2010 Wirtschaft Kommentare deaktiviert

Vor wenigen Tagen titelte orf.at mit “Weniger Konsum als Chance sehen”. Zur Sprache kommt, dass wir zuviel Ressourcen verbrauchen und dass sich der Konsum seit den 60er-Jahren versechsfacht hat. Berücksichtigt man die Bevölkerungsentwicklung, kann noch immer eine Verdreifachung festgestellt werden. Es ist zuviel, genug, aus die Maus. So kann es nicht weiter gehen, wir verbrauchen zuviele Ressourcen, wird vorgerechnet. Volle Unterstützung von meiner Seite.

Konsumieren wir zuviel? [Quelle:Webkonsum.de]Auch wird weiter unten im Artikel richtig festgestellt, dass der Mensch sich durch den Konsum definiert, dass er auf diese Weise sein Grundbedürfnis – soziale Anerkennung – zu erreichen sucht.  Einem Wertewandel zu weniger Konsum wird eine Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten bis hin zu einem Jahrhundert in Aussicht gestellt.

Doch, dass es für unsere Wirtschaft keine Alternative zum überbordenden Konsum gibt, wird nicht angesprochen. Wenn das BIP in Amerika zu ca. 75% von den Konsumausgaben der Amerikaner abhängig ist,  wird ein “freiwilliger” Konsumverzicht die Wirtschaft über die Klippe stoßen an der sie bereits steht. Es ist eigentlich abartig, dass wir ein Wirtschaftssystem betreiben, dass nur funktioniert wenn die Gesellschaft über die Maßen konsumiert. Wie wir wissen, wäre die Wirtschaftsleistung von 2008 ohne masssive Verschuldung nicht zustande gekommen.  Jetzt stehen wir vor massiven Überkapazitäten und der großen Sorge, dass der Konsum ausbleibt. An der anderen Ecke rufen die Weitsichtigen, dass der Ressourcenverbrauch eingeschränkt werden soll, weniger Konsum. Als Gesellschaft sind wir mit unserem Wirtschaftsmodell in einer Zwickmühle angelangt.

Betrachtet man die sich abzeichnenden Trends (steigende Energiekosten, Wandel zur Sinngesellschaft, zunehmende Empatie, zunehmende Überschuldung) dann wird der Konsum in absehbarer Zeit rückläufig werden.  Gut für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft, womit wir wieder bei einem zentrale Punkt angekommen wären: Geht`s der Wirtschaft gut, geht`s uns allen gut….oder doch…geht`s der Natur gut, geht`s uns allen gut!?

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