Literatur, Literatur

16. Juni 2010 Allgemein, Wissenslink Kommentare deaktiviert

Das Leben verläuft in Wellenbewegungen, es schaukelt auf und ab und jeder Tag eröffnet neue Chancen und Risken. Nichts ist in Stein gemeiselt. Diese “Wellentheorie” kann ich auch bei mir persönlich gut nachvollziehen.  In einem Alter zwischen 10 und 14 verbrachte ich viele Stunden lesend bei Winnetou und Co bis meine Leselust apruppt endete. Es dauerte fast 10 Jahre bis mein Interesse am Geschriebenen wieder aufflammte. Was sich geändert hat ist die Literatur.  Trieb mich früher Karl May in die Fantasiewelt des Wilden Westen, so locken mich heute andere Abenteuer. Das Abenteuer der Gesellschaft und ihr Wandel.

Meine Meinung, dass wir am Beginn eines großen Wandlungsprozesses stehen, habe ich hier in diesem Blog schon öfters vertreten. Wenn man nun diesbezüglich beraten will, braucht man eine gewisse Zukunftskompetenz, die man sich erarbeiten muss. Wie vielleicht viele der Leser wissen, kann man nur in die Zukunft blicken wenn man sich systemisch mit Entwicklung beschäftigt. Ohne zu wissen wie die Wirtschaftsprognosen von WIFO & Co genau erstellt werden,  behaupte ich ganz frech, dass diese Institutionen keine Zukunftskompetenz besitzen und sich nicht systemisch mit der Zukunft auseinandersetzen. Sie haben den Einbruch von 2008 nicht vorhergesehen (zumindest nicht öffentlich) und werden die kommenden Miserien auch nicht korrekt prognostizieren – wahrscheinlich schon deshalb weil sie eine meinungsbildende Funktion haben und nicht schlechte Stimmung verbreiten dürfen.

Um meine Kritik etwas zu entschärfen und zu relativieren, ich kann die BIP-Wachstumsraten für 2011 auch nicht prognostizieren. Ehrlich gesagt, kann das wahrscheinlich niemand. Was mir jedoch viel wichtiger scheint, ist den Blick auf längere Fristen zu werfen und längerfristig lassen sich gewisse Trends ganz klar ausmachen – wenn man hinsehen will. Wann diese Trends  welche Bereiche der Gesellschaft treffen, kann natürlich niemand exakt vorhersagen. Mir geht es aber darum, nicht mit Scheuklappen unterwegs zu sein und anderen Menschen die Augen für diverse Entwicklungen zu öffnen.

Dies geht nur wenn man sich nicht an Details (wirtschaftliche Indikatoren) orientiert, sondern lernt die Gesellschaft zu verstehen.  Komplexe Systeme haben meist ein paar wenige Schlüsselvariablen die man im Auge behalten muss. Hat man diese systemisch herausgearbeitet und ihr Zusammenspiel verstanden, kann man anfangen mit Zukunft umzugehen und ein klein wenig in die Zukunft zu blicken. Dieses Verständnis zu erarbeiten, dazu hat mein Studium den Anfang geliefert, durch praktische Erfahrung und Studium der unterschiedlichsten Literatur habe ich mich weiterentwickelt und  Kompetenz aufgebaut von der meine Umwelt profitieren kann. Auf ein paar dieser Bücher möchte ich in meinem “Literaturverzeichnis” hinweisen. Viel Spaß beim Schmökern!

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