Archiv für Juli 2010

Wer die Zukunft begreifen will….

…der kauft sich das Buch”Zukunft entsteht aus Krise”. Auf über 500 Seiten hat der studierte Politikwissenschaftler Geseko v. Lüpke Interviews mit unterschiedlichen Persönlichkeiten festgehalten: Systemtheoretiker Ervin Laszlo, Quantenphysiker Hans-Peter Dürr, Systemtheoretikerin Joanna Macy, Ökonom Joseph Stiglitz,  Ökonom und Tiefenpsychologe Bernard Lietaer, Gründer der Sekem Initiative Ibrahim Abouleish. In den Gesprächen dreht es sich um Krise – Transformation und ein leben danach.

Weil mir die nachstehenden Zeilen von Elisabet Sahtouris (Evolutions- und Zukunftsforscherin) aus dem Buch gerade unterkamen möchte ich sie mit euch teilen:

Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich, dass es in menschlichen Gesellschaften genauso abläuft wie in der Natur: Die Natur ist sehr konservativ mit Dingen, die gut funktionieren, kann dann aber völlig unvermittelt in einen radikalen Krisenzustand fallen und daraus schnell Innivationen entwicklen, damit das System wieder ins Gleichgewicht kommt. In diesem Sinne lässt sich sagen, dass Evolution durch Desaster ausgelöst und beschleunigt wurde. Krisen lsöen die nächste Welle der Evolution aus.

Krisen sind für unsere Weiterentwicklung also notwendig. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Krise ursprünglich im Alt-Griechischen die “Meinung”,”Beurteilung”, “Entscheidung”, eine Entscheidungssituation bezeichnete. Aus der ursprünglichen Bedeutung lässt sich noch keine Katastrophe ableiten. Ob die Krise zur Katastrophe wird  (Alt-Griechisch: Wendung zum Niedergang) entscheiden wir Menschen. Die Betonung liegt auf wir! Es ist jeder einzelne. Wir sind alle in ein soziales Netzwerk eingebunden. Jede unserer Tätigkeiten (besonders diese die wir auch kommunizieren und deutlich machen) wirkt auf unsere Umwelt. Auf die biologische und die soziale Umwelt!

Die Krise gibt uns die Möglichkeit uns weiter zu entwicklen. Wir sollten diese kollektiv nutzen, denn nur so können wir den Weg in eine Zukunft voller Genuss und Lebensfreude möglichst schmerzfrei gestalten.

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Tasten & Fühlen

Es wird ein Tasten & Fühlen, ein Probieren & Scheitern, ein Wagen und Gewinnen. Der Weg in die Zukunft ist noch unklar. Erste Zeichen wo es hin geht, nimmt der aufmerksame Betrachter bereits wahr.  Sosehr der Weg auch von Unsicherheit geprägt sein wird, eines ist klar:  es wird anders werden, sehr anders, und BESSER. Im Angesicht von Peak Oil, Klimawandel, Finanzkrise und sozialer Krise, kann es eigentlich nur mehr besser werden. Wer dem  Sturm ins Auge gesehen hat, sieht dahinter das Licht. Noch wähnen wir uns in bzw. vor einer Krise und nur wenige verstehen, dass es uns nach der Krise besser gehen wird. Mehr Zeit,  mehr sinnvolle Arbeit, mehr Freude. Nur unter diesen Umständen können sich Menschen gedeihlich weiterentwickeln und die  Menschen  zu einer Weltgesellschaft zusammenwachsen.

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Zeit für einen “Blog-Wandel”

Der Großteil der Blogbeiträge hat sich bis dato mit Hinweisen auf Problemsituationen unserer Gesellschaft bzw. unserer Wirtschaft bezogen. Ich glaube, dass der interessierte Leser auf diesem Blog schon oft genug den warnenden Zeigefinger gesehen hat. Schön langsam erreicht der Mehrwert der Blogeinträge einen vorläufigen Höhepunkt.

Zeit also, um sich weiter zu entwickeln. Künftig wird in diesem Blog weniger von Problem zu lesen sein, sondern von Ansätzen, Ideen, Strategien wie Wandel zu organisieren und zu gestalten ist. Nachdem – zumindest ich für mich – nach 4 Jahren der Problemanalyse ein recht klares Bild unserer Situation vor mir habe, gilt es einen Schritt weiter zu gehen.

Lösungen anzubieten muss die Aufgabe eines Unternehmens, das sich Zukunftsraum nennt, sein. Lösungen für globale Probleme (Klimawandel, Ressourcenknappheit, Finanzkrise, soziale Krise…) anzubieten klingt vermessen – zumindest in unserem bisherigen Verständnis. Denn als Lösung wird zumeist eine Maßnahme (oder ein Maßnahmenbündel) verstanden, nach deren Umsetzung man weiter machen kann wie bisher. Diese herkömmliche Lösung wird meistens in Form von Effizienzsteigerung und/oder Wachstum gesehen. Diese Art der Lösung wird es für die aufkommenden Herausforderungen nicht geben. Es ist absehbar, dass diese traditionellen Lösungen nur kurzfristig “Erleichterung” liefern. Probleme werden nicht gelöst, sondern zeitlich verschoben. Herkömmliche Lösungsmuster legen meist schon den Samen für weitere Probleme.

Lösung ist heute meiner Meinung nach als Prozess und im Kontext von Wandel hin zu etwas Neuem zu verstehen. Allgemein formuliert, gilt es folgendes Problem zu lösen: Umgang von Firmen und Gemeinden mit dem Thema der Pfadabhängigkeit. Oder anders formuliert – wie können Firmen und Gemeinden zu neuen Organisationsmustern und -logiken finden, die sie von übergeordneten Entwicklungspfaden (z.B.: Wachstumszwang, teure Ressourcen, Finanzkrisen usw.) unabhängig(er) machen.

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Forum Kulturelle Nachhaltigkeit

Der Wandel braust mit riesen Schritten heran. Das ist die gute und auch schlechte Nachricht vom Forum kulturelle Nachhaltigkeit. Denn ganz klar ist uns eigentlich nicht, was dies nun bedeutet? Was ist notwendig, um mit dem Wandel umzugehen und wohin wandeln wir uns eigentlich? Beim Forum kulturelle Nachhaltigkeit, bei dem 40 Organisationen aus ganz Österreich teilnehmen, wurde diese Unklarheit des Wandels bzw. des Wandelbegriffs deutlich spürbar. Meiner Wahrnehmung nach scheiden sich die Geister an der Frage, ob wir ein gänzlich neues “Betriebssystem” für die Gesellschaft brauchen, oder ob wir das alte reparieren können!? Etwas klarer ausgedrückt, ist ökosoziale Marktwirtschaft eine Antwort, oder ist unsere Gesellschaft gänzlich anders – im Sinne einer Selbstorganisationsfähigkeit von Regionen – zu organisieren. Neben dieser zugegebenermaßen sehr wichtigen (Streit)Frage, herrscht jedoch Einigkeit darüber, dass quantiatives Wachstum nicht fortführbar ist. Qualitatives Wachstum (was auch immer damit gemeint sei) kann quantitatives Wachstum nicht ersetzten. Um es auf den Punkt zu bringen: Welches Betriebssystem wir zukünftig auch immer verwenden werden, das System muss mit Nullwachstum bzw. negativem Wachstum zurecht kommen. Wie wir wissen, ist das mit der neoliberalen Marktwirtschaft nicht möglich.

Vision für die Zukunft - http://zyozy.org/

Was beim Forum meiner Meinung nach  ganz klar ersichtlich wurde:

Punkt 1

Es gibt keine Blaupause für den Wandel. Es gibt keinen Fahrplan, kein fertiges Konzept, keinen Handlungsleitfaden. Bis zu einem gewissen Grad getraue ich mir auch zu behaupten, wir haben noch nicht einmal ein Ziel. Wahrscheinlich braucht es das auch nicht. Denn wichtig ist nicht das Ziel – das wir vielleicht nie erreichen – sondern eine Vision wie wir leben wollen und die Gestaltung des Prozesses, der uns der Vision näher bringt.

Punkt 2

Prozesse müssen gestaltet werden. Von der Politik, der Wirtschaft und den Bürgern. Dabei haben Wirtschaft und Politik eine starke Dynamik. Politik und Wirtschaft agieren, die Bevölkerung reagiert und lässt sich führen und steuern. Genau hiert liegt ein ganz wichtiger Ansatzpunkt. Solange sich die Bevölkerung unkritisch führen lässt, lässt sich keine Wandeldynamik erzeugen. Wir brauchen Selbstermächtigung der Bevölkerung, Selbststeuerung, Selbstvertrauen und Zivilcourage. Solange wir passiv sind und warten, dass etwas geschieht, sind wir Entwicklungen ausgeliefert. Tom Beck (der Mann ist wirklich gut) würde sagen: Wir müssen in unsere Kraft gehen!!!

Die Zukunft ist unsicher, die Zukunft ist anders. Die Zukunft liegt an uns. Sicher ist hingegen: Nur wenn wir den Rechenstift durch unser Herz ersetzen, werden wir eine glückliche Zukunft haben.

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Zwischen Optimismus und tiefer Sorge

Mag es an der Fußball-WM gelegen haben, oder an dem herranrückenden “Sommerloch”!? Griechenland, Spanien & Co sind finanztechnisch aus den Medien fast verschwunden. Der IMF (International Monetary Fund) hat die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft nach oben geschraubt (von 4,25% auf 4,5%). Krise vergessen? Jetzt einmal Urlaub?

Hinter den Kulissen gärt es jedoch zwischen Klimawandel, Ressourcenknappheit und Finanzkrise noch immer gewaltig. Im neuen wissenschaftlichen Hintergrundpapier zur Ökosozialen Marktwirtschaft – verfasst vom ökosozialen Forum, SERI und WIFO – kann man dazu folgendes lesen:

Die gegenwärtige wirtschafts- und gesellschaftspolitische Situation ist sehr ernst und wird bis
heute öffentlich kaum angemessen diskutiert.

Das bekannte World Watch Institute formuliert eindringlich was notwendig ist bzw. wäre:

Es erfordert nichts Geringeres als eine umfassende Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster, wenn man den Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation verhindern will. Diese notwendige Umwälzung würde den ‘Konsumismus’ – das kulturelle Leitbild, das Menschen Sinn, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz in dem suchen lässt, was sie konsumieren – ausmustern und zu einem Tabu erklären und an seine Stelle ein neues kulturelles Rahmenwerk setzen, dessen Kern ‘Nachhaltigkeit’ wäre.

Der Universitätsclub Klagenfurt lädt unter diesem Kontext zum “Forum Kulturelle Nachhaltigkeit”. Ausgewählte Experten und “Wandelengagierte” beraten 3 Tage über die Zielrichtung und notwendige Schritte im Wandlungsprozess. Mich freut, an diesem Forum teilnehmen zu dürfen!

Und damit sich – wie in jeder guten Geschichte – der Kreis schließt, ein paar aktuelle Worte von Fredmund Malik:

Wenn ich nun meine bisherige Lagebeurteilung mit den Ereignissen bis heute vergleiche, so erscheint es mir als gesichert oder hochwahrscheinlich, dass der 3. Akt der Krise einen ähnlichen Verlauf nehmen wird, wie die Zeit von April 1930 bis 1932. Das wird den Dow Jones Index zuerst in die Gegend von 3000 Punkten fallen lassen, dann wahrscheinlich sogar unter 1000.

Und Herr Malik ist nicht der einzige, der vor dramatischen Verwerfungen warnt.

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