Zwischen Optimismus und tiefer Sorge

12. Juli 2010 Allgemein, Wirtschaft Kommentare deaktiviert

Mag es an der Fußball-WM gelegen haben, oder an dem herranrückenden “Sommerloch”!? Griechenland, Spanien & Co sind finanztechnisch aus den Medien fast verschwunden. Der IMF (International Monetary Fund) hat die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft nach oben geschraubt (von 4,25% auf 4,5%). Krise vergessen? Jetzt einmal Urlaub?

Hinter den Kulissen gärt es jedoch zwischen Klimawandel, Ressourcenknappheit und Finanzkrise noch immer gewaltig. Im neuen wissenschaftlichen Hintergrundpapier zur Ökosozialen Marktwirtschaft – verfasst vom ökosozialen Forum, SERI und WIFO – kann man dazu folgendes lesen:

Die gegenwärtige wirtschafts- und gesellschaftspolitische Situation ist sehr ernst und wird bis
heute öffentlich kaum angemessen diskutiert.

Das bekannte World Watch Institute formuliert eindringlich was notwendig ist bzw. wäre:

Es erfordert nichts Geringeres als eine umfassende Umwälzung der herrschenden kulturellen Muster, wenn man den Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation verhindern will. Diese notwendige Umwälzung würde den ‘Konsumismus’ – das kulturelle Leitbild, das Menschen Sinn, Zufriedenheit und gesellschaftliche Akzeptanz in dem suchen lässt, was sie konsumieren – ausmustern und zu einem Tabu erklären und an seine Stelle ein neues kulturelles Rahmenwerk setzen, dessen Kern ‘Nachhaltigkeit’ wäre.

Der Universitätsclub Klagenfurt lädt unter diesem Kontext zum “Forum Kulturelle Nachhaltigkeit”. Ausgewählte Experten und “Wandelengagierte” beraten 3 Tage über die Zielrichtung und notwendige Schritte im Wandlungsprozess. Mich freut, an diesem Forum teilnehmen zu dürfen!

Und damit sich – wie in jeder guten Geschichte – der Kreis schließt, ein paar aktuelle Worte von Fredmund Malik:

Wenn ich nun meine bisherige Lagebeurteilung mit den Ereignissen bis heute vergleiche, so erscheint es mir als gesichert oder hochwahrscheinlich, dass der 3. Akt der Krise einen ähnlichen Verlauf nehmen wird, wie die Zeit von April 1930 bis 1932. Das wird den Dow Jones Index zuerst in die Gegend von 3000 Punkten fallen lassen, dann wahrscheinlich sogar unter 1000.

Und Herr Malik ist nicht der einzige, der vor dramatischen Verwerfungen warnt.

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