Creative Commons & Open Source

24. August 2010 Allgemein, Best practice Kommentare deaktiviert

Commons ist der englische Ausdruck für Gemeingüter. Also Güter die nicht im Besitz einer Person sind, sondern gemeinschaftlich genutzt und verwaltet werden. Das klassische Beispiel ist die landwirtschaftlich Allmende – Grund und Boden der von Bauern gemeinschaftlich genutzt und gepflegt wird. Heute sind “commons” besonders im Zusammenhang mit den Creative Commons ein Begriff. Werden Dokumente, Bilder udgl. nach den Creative Commons veröffentlicht, so räumt der Urheber der Öffentlichkeit Nutzungsrechte ein (Details hier). Dieses Prinzip der gemeinschaftlichen Nutzung findet heute in erster Linie im Wissensbereich und im künstlerischen Umfeld Anwendung. Wenn man von den Creative Commons redet, muss man natürlich auch den Open Source Bereich erwähnen.  Open Source (“quelloffen”) ist ebenfalls ein Typ von Lizenz, die besonders in der Softwareprogrammierung Anwendung findet. Der Quelltext (also die Art und Weise der Programmierung) wird veröffentlicht und kann von anderen Programmierern weiter entwickelt werden. Dies ist bei der herkömmlichen Programmierung nicht “Usus”, denn der Quellcode ist das geistige Eigentum des Programmierers, welches in der traditionellen Denke nur kommerziell (also gegen Entgelt) zugänglich gemacht wird.

Logo der Creative Commons - www.wikipedia.de

Zusammenfasst: Open Source und Creative Commons sind Lizenzen, die es der Öffentlichkeit ermöglichen, bestehendes Wissen zu nutzen, damit zu arbeiten und es weiter zu entwickeln. Wissen wird hier als gemeinschaftliches Gut verstanden. Diese Philosophie steht in diametralen Gegensatz zu dem System der Patentierung und damit Kommerzialisierung von Wissen.

Die Stadt Linz will nun neue Wege gehen und unter dem Begriff Open Commons Impulse für die frei zugängliche Nutzung und elektronische Verbreitung von Daten, Software, Lehr- und Lernmaterialien und anderen als »Open Commons« (Gemeingut) bezeichneten, digital gespeicherten Inhalten geben. Die freie Nutzung von Wissen scheint also vom “gesellschaftlichen” Rand schon etwas in die Mitte zu Rücken. Die Initiative ist nicht einzigartig, aber durchaus begrüßenswert. Ähnliche Initiativen gibt es zum Beispiel in Berlin, Nürnberg, Wien und Stuttgart. Franz Nahrada kommentiert im Hinblick auf  Linz kritisch im Blog keimformen.de:

Wird sich die Einsicht durchsetzen, dass Commons eben auch heißt, Menschen zu befähigen als Community agieren zu können und langfristig und nachhaltig Infrastrukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln? Oder gilt “Commons” als quick fix der sowieso jedem einleuchtet und klar ist und von selbst funktioniert?

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Open Source und Creative Commons die Zukunft gehört. Wie rasch wir als Gesellschaft lernen diese Lizenzen richtig anzuwenden (im Sinne eines Beitragens zu Gesellschaft) steht offen. Viele Versuche & Projekte werden gestartet werden müssen und die Idee & Sinnhaftigkeit dieses Ansatzes zu verbreiten.

Die Zeit in der Wissen, Baupläne usw. von zentraler Stelle aus kontrolliert werden konnten, geht aus meiner Sicht dem Ende zu. Seitdem das Web 2.0 (z.B. Wikipedia) aufgekommen ist, wird es immer schwieriger Wissen als Macht über andere zu verwenden. Macht in dem Sinne, dass das Wissen anderen nicht zugänglich ist. Interessant ist auch, dass immer mehr Menschen ihr Wissen unentgeltlich nach den oben erwähnten Lizenzen ins Internet stellen. Unterschiedlichen Untersuchungen zu Folge machen sie das aus einem Bedürfnis etwas beitragen zu wollen und sich mit Dingen zu beschäftigen die ihnen Spaß machen. Das betrifft nicht nur theoretisches Faktenwissen, sondern auch praktisches Wissen im Zusammenhang mit technischen Bauplänen. Daraus hat sich zum Beispiel auch eine interessante Bewegung der Open Source Ecology entwickelt. Die gemeinschaftlich organisierten Selbstversorger machen ihr Wissen über Geräte und Produktionsmethoden den Mitmenschen frei zugänglich.

Wissen zu teilen wird ein essentieller Part für den Wandel sein. Es wird viel probiert und getestet werden müssen. Eine rascher und frei verfügbarer Informationsfluss ist in diesem Zusammenhang unerlässlich. Creative Commons & Open Source müssen daher zur Selbstverständlichkeit werden.

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