What`s mine is your`s

10. Februar 2011 Wirtschaft Kommentare deaktiviert

Tauschkreis, Hilfe kommt dieser Begriff verstaubt daher! Carsharing, auch nicht so der Heuler. Collaborative Consumption klingt da schon besser, ist aber eigentlich nichts anderes als der gute alte Tauschkreis.

Kann es sein, dass Tauschen trendy wird? Kann es sein, dass “wir” schön langsam gesättigt sind von all den Gütern und Produkten die es zu konsumieren und besitzen gilt? Eine Reihe von Trends scheinen in diese Richtung zu zeigen.

Neben all den finanziellen Knappheiten und ökologischen Überlegungen die zu Collaborative Consumption führen, scheint mir ein Faktum als besonders wichtig. Die “digital natives” die mit dem Internet groß geworden sind, sind durch das Web 2.0 in eine Kultur des “Wir”, des Beitragens und Teilens hineingewachsen. Dieses Verständnis bereitet den Boden für eine “Neuauflage” des Tauschkreises.

Was uns das Web 2.0 weiters ermöglicht, ist direkt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und “Geschäfte” abzuschließen. Wir brauchen den Händler, mit all seinen vorgeschaltenen Zwischenhändlern, nicht mehr. “Peer to peer” nennt sich das Ergebnis dann auf Neudeutsch. Tauschen, Teilen, Beitragen, ohne hierarchische Kontrolle. Was über lange Zeit dem linken gesellschaftlichen Flügel zugerechnet wurde, rückt langsam in die Mitte.

Was Mein ist, ist auch Dein! Jeremy Rifkin schreibt dazu in seinem Buch “Die empathische Zivilisation”: ” Schon vor der Krise haben sich viele dafür entschieden, einfacher zu leben und den Sinn des Lebens lieber in zwischenmenschlichen Beziehungen zu suchen als in der Größe des Besitzes.

Diese Feststellung bildet sich auch langsam in der Wirtschaft und in unserem Konsumverhalten ab. Stagnierende Einzelhandelsumsätze als ein ernstzunehmendes Zeichen. Für die Zukunft gilt: Die Menschen wollen den Nutzen eines Produktes, nicht das Produkt selber.

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