Besuch in Brüssel, Besuch bei der hohen Politik

2. März 2011 Allgemein Kommentare deaktiviert

Durch mein Engagement in Rahmen des Transition Netzwerks, bekam ich die Möglichkeit beim Kongress „Shared Social Responsibility – SSR“ in Brüssel teilzunehmen. Der Kongress ist der vorläufige Höhepunkt eines Diskussionsprozesses zwischen Wissenschaftlern, Politikern und NGOs zu diesem Thema. Initiiert wurde die ganze Geschichte von der Europäischen Kommission, umgesetzt wird das Projekt vom „European Council“. Ziel von SSR ist es, die „Demokratie“ zu wahren, gesellschaftliche Eigenverantwortung zu fördern, Unternehmer in die soziale Pflicht zu nehmen und Staaten und Gebietskörperschaften zu motivieren, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Coucil of Europe

Coucil of Europe

Die Erwartungen waren nicht hochgesteckt, denn schlussendlich ging es darum, ein Papier zu „verabschieden“, welches in der Folge der Europäischen Kommission vorgelegt werden soll. Fundierte Systemkritik unerwünscht. Für ein politisches Papier war der Entwurf dann gar nicht so schlecht. Der Zusammenhang zwischen Wachstum, sozialer Ungleichverteilung und ökologischen Problemen wurde sanft aufgezeigt. Betonung auf sanft. Leider hat das Papier (besser gesagt der Entwurf) – so auch die Konferenz – den Beigeschmack, dass auf die Problemursachen zu wenig geachtet wird. Man fordert Beteiligung, Verantwortlichkeit usw. doch fehlt es an dem Willen, an die Wurzel unserer Probleme zu blicken. Wachstumskritik (materiell gedacht) ist eben politisch gesehen noch nicht ganz salonfähig. Um das Positive zu betonen, es wird zumindest ein Zusammenhang zwischen Wachstum und den ökologischen und sozialen Problemen hergestellt, was für ein politisches Papier schon nicht so schlecht ist.

Der Ausflug nach Brüssel war ein Ausflug in das politische Herz Europas. Jede Ebene hat ihre Geschwindigkeit. Die politische Ebene lässt ob ihrer „Langsamkeit“ jedoch Ungeduld aufkommen. Ein untrügliches Zeichen, dass die Problemlösung nicht von „oben“ kommen wird. Mehr noch als die politische „Bedachtheit“, machte mir jedoch der Vortragsstil der Forscher und Beamten zu schaffen. Bis auf einige wenige Ausnahmen waren die Inputs der Vortragenden – ich will es bewusst so formulieren – geprägt von einer Missachtung des Publikums. Inhalte emotionslos von Zetteln abzulesen trägt nicht unbedingt dazu bei, trockene Inhalte interessanter zu gestalten. Da ist noch Luft nach oben ;-)

Um nochmals die Brücke zum Transition Netzwerk zu schlagen: Die Konferenz war eine hervorragende Möglichkeit sich mit Netzwerkpartnern aus Italien, Deutschland und England zu vernetzen. Danke Rosalie Portman!

Diesen Inhalt teilen