Auf Suche nach der “Königskombination”

5. Juli 2011 Allgemein, Wirtschaft 1 Kommentar

Ich liebe die Geschichte aus Südamerika, mit dem Uhrmacher und dem Kanonenschuss. In Kürze (ausführlicher in diesem Blogeintrag): Der Uhrmacher stellt seinen öffentlichen Chronometer nach dem vermeintlich pünktlichen und geeichten Kanonenschuss, der täglich um 12 Uhr aus der Kaserne tönt. Das Kasernenpersonal “holt” die exakte Uhrzeit jedoch  immer vom öffentlichen Chronometer. Alle sind glücklich und zufrieden. Erst als ein Fremder in das Dorf kommt, dessen Uhr eine andere Zeit anzeigt, realisiert man, dass etwas nicht stimmt.

Was lehrt uns diese Geschichte? Nichts innerhalb eines Rahmens (Systems), kann etwas über den Rahmen (das System) aussagen. Erst die Perspektive eines Außenstehenden kann deutlich machen, dass das aktuelle Verhalten nicht im Einklang mit der äußeren Wirklichkeit steht. Jedes System braucht eine Anbindung an die äußere Wirklichkeit, an ein übergeordnetes System, es benötigt Interaktion, sonst stirbt es ab (Griechenland lässt grüßen).

Bild zweier Hände von M. C. Escher

Bild zweier Hände von M. C. Escher

Zum Beispiel unser Wirtschaftssystem. Das übergeordnete System dazu wäre die Gesellschaft. Demnach müsste die Wirtschaft mit der Gesellschaft in Austausch stehen, an die Gesellschaft angebunden sein, mit ihr funktionieren. Ist dem so? Funktioniert die Wirtschaft für die Gesellschaft, oder ist das Wirtschaftssystem zum Selbstzweck verkommen? “Dient” es noch dem Menschen? Macht es die Gesellschaft glücklicher, zufriedener, gesünder? Die Antwort überlasse ich dem Leser!

Weiters ist es interessant zu beobachten, wie die Kritik an unserem Wirtschaftssystem zum überwiegenden Teil von außerhalb des Systems kommt. Von Menschen die nicht direkt involviert sind. In unserer Geschichte wäre es der Fremde, der ins Dorf kommt und die Menschen darauf aufmerksam macht, dass etwas nicht stimmt.

Was macht nun der Wirtschaftstreibende, der Unternehmer mit dieser Erkenntnis? Er kann sie ignorieren, das wäre ein nicht ungewöhnliches Muster. Oder er kann sich persönlich Gedanken machen, wie er mit seinem Produkt, mit seiner Dienstleistung die Anbindung an das übergeordnete System (die Gesellschaft) schaffen kann. Wie kann ich zum Wohl der Gesellschaft beitragen? Wie kann ich die Menschen glücklicher, zufriedener und gesünder machen? Die Königskombination habe ich als Wirtschaftstreibender dann gefunden, wenn mein Angebot dem Menschen dient und die Grenzen des dem Menschen übergeordneten Systems, der Ökologie, respektiert.

Wenn wir diese Anbindung ans größere System schaffen wollen, als Einzelne und als Gemeinschaft, sind wir gut beraten uns zu öffnen. Im Sinne der Geschichte, die Fremden herein zu lassen. Die neuen Ideen, die neuen Geschäftsmodelle! Alles was sich abkoppelt stirbt letztendlich. Ich schließe mit dem Slogan der Wirtschaft der Freude: Es ist nur gut wenn es für Alles gut ist!

 

 

1 Trackback

  1. [...] Ost-Tiroler Visionär und Unternehmensbegleiter mit Herz und Hirn hinterfragt auf seinem Blog http://www.zukunftsraum.at/2011/07/auf-suche-nach-der-konigskombination/ die gängige Form des Wirtschaftens. Er plädiert für eine Wirtschaft der Freude. Danke Michi! [...]

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