Der blinde Fleck der grünen Innovation

28. November 2011 Vision & Bewusstsein Kommentare deaktiviert

Ein etwas anderer Beitrag zur Blogparade „Greenovate – Entrepreneurship goes green“, mit der nachfolgenden Fragestellung: Welche Greenovations brauchen wir noch, um der drohenden Klimakatastrophe entgegensteuern zu können? Welche Rahmenbedingungen braucht es in Österreich, damit auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Greenovations entstehen? Was braucht es, um Greenovations noch besser zu vermarkten, damit grüne Technologien und Ideen noch intensiver eingesetzt werden?

Grüne Innovation wird in den Medien und in der Politik als „Eier legende Wollmilchsau“ kommuniziert. Wir brauchen nur mehr davon, und alle Krisen (Klima, Ressourcen, Wirtschaft…) der Menschheit sind gelöst. Zugegeben, etwas pointiert und übertrieben formuliert, doch hat diese Formulierung ein Ziel: Bewusst zu machen, wo die eigentliche Krise unserer Gesellschaft meiner Meinung nach liegt.

Man mag von Frithjof Bergmann halten was man will, doch der gute Mann hat mit seiner Analyse meiner Meinung nach nicht unrecht, wenn er meint, dass die Masse der Menschen die Arbeit als eine leichte Krankheit wahrnimmt, die man schon bis zum Freitag aushält. Am Wochenende kann man sich dann selbst verwirklichen. Er führt uns auf die eigentliche Krise hin: Den Sinn, den Zweck.

Grüne Innovation soll Wachstum sicher stellen und die Umwelt retten? Wachstum der Wirtschaft. Wachstum an Konsum? Getreu nach dem Slogan „geht`s der Wirtschaft gut, geht`s uns allen gut“? Ist das alles? Wen begeistert dieser Leere Slogan noch? Verfolgt man diesen Ansatz, zielt die grüne Innovation meiner Meinung nach ins Leere. Einen Status quo abzusichern ist ein Zugang, der nicht gerade das Maximum an Inspiration hervorruft. Viel Potential bleibt ungenutzt.

Was brauche wir also dafür, um grüne Innovation best möglich einzusetzen und zu fördern:

1) Eine klare Ansage (von möglichst jedem), dass wir als Menschheit vor einer epochalen Herausforderung stehen. Dafür müssen wir dem Sturm aus Wirtschafts-, Klima-, Ressourcen- und Sozialkrise zunächst ins Auge schauen. Solange wir leugnen was passiert, ist Besserung ausgeschlossen. Je mehr Menschen nicht leugnen, desto besser. Und es werden mehr, jeden Tag, jede Stunde.

2) Wenn wir nicht leugnen, werden wir sehr rasch auf die Sinnfrage kommen. Ein Blick auf das Video von Thomas D, hilft bei diesem Prozess.

3) Wer Punkt 2 für sich geklärt hat, ist reif ein Ritter für die Zukunft zu werden. Er suche sich Gleichgesinnte und baue und halte eine Vision, die über technische Lösungen hinausgeht. Gefragt sind attraktive Zukunftsbilder, Lebensbilder, Sinnbilder.
4) Bei Punkt 4 angelangt, leben wir unsere Vision. Da kommt die grüne Innovation daher, gepaart mit vielen anderen (sozialen) Komponenten die eine erfüllte Zukunft versprechen.

Um auf die Eingangsfrage der Blogparade nochmals mit einem Satz einzugehen: Es braucht nicht mehr als  inspirierte Menschen, die zusammenarbeiten. Einige davon tummeln sich hier in der Blog-Parade.

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