Wachstum im Wandel – Status 2012

10. Oktober 2012 Allgemein, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert

Zum 2. Mal (nach 2010) fand die Konferenz Wachstum im Wandel statt. Die Konferenz ist – selbst in globalen Maßstäben gemessen – ein außergewöhnliches Projekt: Eine Veranstaltung, die von österreichischen Ministerien getragen und organisiert wird, an der Beamte, Politiker, Unternehmer und NGOs über die Frage „Was soll wachsen?“ diskutieren. Das Besondere dabei ist der Institutionen übergreifende Charakter und die Tatsache, dass Minister (Berlakovich, Heinisch-Hosek und Hundstorfer) sich auf einer Konferenz zeigen, auf der  im Kern eigentlich unser Wachstumsparadigma hinterfragt wird. Außergewöhnlich auch der 3. Tag, der den inneren Wandel im Fokus hatte.

Was kam nach 3 bunten Tagen heraus, was hat sich seit 2010 verändert? Die Worte der Politiker sind noch immer die gleichen. Ideen, Gedanken oder Andeutungen, die über das Wachstumsparadigma hinaus gehen, vermisst man schmerzlich. Obwohl, den erfahrenen Konferenzbesucher überrascht das nicht mehr. Als Gegenstück dazu der famose „Managementguru“ Peter Senge, der gar nicht mehr von einem notwendigen Wandel sprach, sondern den Begriff „disruption“ in seinen Überlegungen ausführte. Hier prallen Welten aufeinander. Grundsätzlich war meiner Wahrnehmung nach die Konferenz davon geprägt, dass der Wille zur Veränderung ganz stark spürbar war, Konkretes aber Mangelware blieb (Konkretes stand aber auch nicht im Fokus der Veranstaltung).

Man verlässt die Konferenz ermutigt und leicht verstört gleichzeitig. Es war traumhaft auf 600 Menschen zu treffen, welche die größte Herausforderung unserer Zeit in Angriff nehmen wollen. All die Gespräche mit „Gleichgesinnten“ waren eine Wohltat und gaben Energie. Zum anderen verstörten die unterschiedlichen Aussagen von Politikern, Konzernlenkern, Wissenschaftlern und NGOs. Brauchen wir einfach nur ein wenig „green growth“, oder eine schrittweise Abkehr vom Wachstum, oder müssen wir uns auf das Management einer „disruption“ vorbereiten?

Am Ende des Tages kann ich dennoch etwas Konkretes anbieten: Was auch immer die Zukunft bringen mag, wozu auch immer wir uns engagieren wollen, im Zentrum der Aufmerksamkeit sollte die sinnvolle Rückeroberung der Nähe und damit auch die sozialen Verbindungen zwischen den Menschen stehen. Aus Nähe und sozialen Verbindungen erwächst Verantwortung, Verantwortung für unsere Mitmenschen, Verantwortung für unsere Umwelt. Richten wir unser Handeln danach aus!

P.S.: Danke an das Team vom Lebensministerium für diese Veranstaltung. Sie ist außergewöhnlich (und) wichtig für unser Land, für unsere gloable Gemeinschaft.

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