Leben in zwei Realitäten

Sie lesen ein Buch, sind total vertieft;  Bilder enstehen in ihrem Kopf und ermöglichen ihnen eine Flucht in eine andere Welt.  Ein plötzliches Ereigniss reißt sie aus der Zweisamkeit mit ihrem Buch und ihrer Fantasie. Sie blicken auf und sind wieder zurück in der Realität. Kennen Sie diese Situation? Ich glaube schon. Genau so habe ich mich heute wieder einmal gefühlt, als ich nach intensiver zweitägiger Befassung mit Finanzkrise, Klimawandel und Peak Oil aus dem IFZ in Graz auf die Straße trat….zurück in der Realität. Es dauert nur ein paar Sekunden und die alten Gedanken sind verschwunden und man ist schon wieder Teil des Alltags.

Way of hope - Spirituelle Initiative für einen Wandel unserer Gesellschaft

Der Alltag funktioniert. Doch wohin man schaut (wenn man nur aufmerksam genug ist) findet man Menschen und Initiativen die sich mit gesellschaftlichen Innovationen und gesellschaftlichem Wandeln auseinandersetzen. Aktuell sind – neben vielen, vielen anderen – www.wayofhope.info bzw. die Solidarregion Weiz auf meinem Radar erschienen. Dabei bin ich immer wieder beeindruckt, was in Österreich – teilweise weit unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung – an Initiativen entsteht. Ich glaube, dass langsam aber sicher sich die Gesellschaft auch in 2 parallelen Realitäten befinden wird. Die Welt der zivilgesellschaftlichen Initiativen die verstanden haben, dass es einen sturkturellen Wandel benötigt und die andere – meiner Meinung nach  – verzerrte Realität die täglich in den Medien konstruiert wird.

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Programmhinweis

In der Sendung Dimensionen auf OE 1 kommt am nächsten Montag (21.6.) um 19.05 die Sendung “Nach dem letzten Tropfen”.  Christian Brüser hat zum Thema Peak Oil (die Tatsache, dass wir in absehbarer Zeit die Erdölförderung nicht mehr ausweiten können) und Transition Towns (bürgerschaftliches Engagement im Lichte von Klimawandel, Peak Oil, Finanzkrise…) recherchiert. Unter anderem hat er auch mich als ausgebildeten Transition Trainer interviewt. Was tatsächlich gesendet wird, weiß ich allerdings nicht! Interessant wird es aber in jedem Fall.

Link zur Kurzbeschreibung.

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Literatur, Literatur

Das Leben verläuft in Wellenbewegungen, es schaukelt auf und ab und jeder Tag eröffnet neue Chancen und Risken. Nichts ist in Stein gemeiselt. Diese “Wellentheorie” kann ich auch bei mir persönlich gut nachvollziehen.  In einem Alter zwischen 10 und 14 verbrachte ich viele Stunden lesend bei Winnetou und Co bis meine Leselust apruppt endete. Es dauerte fast 10 Jahre bis mein Interesse am Geschriebenen wieder aufflammte. Was sich geändert hat ist die Literatur.  Trieb mich früher Karl May in die Fantasiewelt des Wilden Westen, so locken mich heute andere Abenteuer. Das Abenteuer der Gesellschaft und ihr Wandel.

Meine Meinung, dass wir am Beginn eines großen Wandlungsprozesses stehen, habe ich hier in diesem Blog schon öfters vertreten. Wenn man nun diesbezüglich beraten will, braucht man eine gewisse Zukunftskompetenz, die man sich erarbeiten muss. Wie vielleicht viele der Leser wissen, kann man nur in die Zukunft blicken wenn man sich systemisch mit Entwicklung beschäftigt. Ohne zu wissen wie die Wirtschaftsprognosen von WIFO & Co genau erstellt werden,  behaupte ich ganz frech, dass diese Institutionen keine Zukunftskompetenz besitzen und sich nicht systemisch mit der Zukunft auseinandersetzen. Sie haben den Einbruch von 2008 nicht vorhergesehen (zumindest nicht öffentlich) und werden die kommenden Miserien auch nicht korrekt prognostizieren – wahrscheinlich schon deshalb weil sie eine meinungsbildende Funktion haben und nicht schlechte Stimmung verbreiten dürfen.

Um meine Kritik etwas zu entschärfen und zu relativieren, ich kann die BIP-Wachstumsraten für 2011 auch nicht prognostizieren. Ehrlich gesagt, kann das wahrscheinlich niemand. Was mir jedoch viel wichtiger scheint, ist den Blick auf längere Fristen zu werfen und längerfristig lassen sich gewisse Trends ganz klar ausmachen – wenn man hinsehen will. Wann diese Trends  welche Bereiche der Gesellschaft treffen, kann natürlich niemand exakt vorhersagen. Mir geht es aber darum, nicht mit Scheuklappen unterwegs zu sein und anderen Menschen die Augen für diverse Entwicklungen zu öffnen.

Dies geht nur wenn man sich nicht an Details (wirtschaftliche Indikatoren) orientiert, sondern lernt die Gesellschaft zu verstehen.  Komplexe Systeme haben meist ein paar wenige Schlüsselvariablen die man im Auge behalten muss. Hat man diese systemisch herausgearbeitet und ihr Zusammenspiel verstanden, kann man anfangen mit Zukunft umzugehen und ein klein wenig in die Zukunft zu blicken. Dieses Verständnis zu erarbeiten, dazu hat mein Studium den Anfang geliefert, durch praktische Erfahrung und Studium der unterschiedlichsten Literatur habe ich mich weiterentwickelt und  Kompetenz aufgebaut von der meine Umwelt profitieren kann. Auf ein paar dieser Bücher möchte ich in meinem “Literaturverzeichnis” hinweisen. Viel Spaß beim Schmökern!

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Kommunikation – was bringts?

Angeregt durch einen Artikel von Hannes Offenbacher schreibe ich diese Zeilen zum Thema Kommunikation. Hannes umreißt in seinem Text die Problematik der digitalen Informationsflut (Facebook, Twitter, RSS und CO). Wie sei mit diesem Thema umzugehen und rauben uns diese modernen Anwendungen nicht viel Zeit und liefern wenig Nutzen!? Das Produktivitätsparadoxon sollte darüber Aufschluss liefern. Es attestiert Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologie auf der einen und Produktivität auf unternehmersicher Ebene auf der anderen Seite keinen positiven Zusammenhang. Dies gilt besonders für Dienstleistungsunternehmen. Die Wahrnehmung, dass die soben skizzierten Anwendungen uns Zeit rauben scheint also nicht zu trügen. Die Frage wie damit umzugehen sein, ist eine, die jeder für sich beantworten muss. Ich habe auch keine allgmein gültige Lösung dafür. Viel interessanter ist aus meiner Sicht jedoch, was hinter diesen Kommunikationsanwendungen wie Facebook usw. steckt!? Wozu sind sie eigentlich da? Aus evolutionärer Perspektive. Ist Kommunikation via Twitter oder Facebook alles nur Zeitvertreib? Alles sinnloses Geschwätz ohne Nutzen?

Dafür müssen wir – wie immer wenn es darum geht Detailprobleme zu verstehen – einen Schritt zurück treten und das Thema aus der Ferne betrachten.

1. Gesellschaft besteht aus Kommunikation. Das bedeutet, worüber nicht kommuniziert wird, das existiert in der Gesellschaft nicht. Solange z.B. über Umweltprobleme nicht gesprochen wird, existieren diese gesellschaftlich betrachtet nicht. Kommunikation formt unsere Gesellschaft, unsere Strukturen.

2. Biologische Systeme – dazu zählt der Mensch schließlich auch – entwickeln sich durch Kooperation, Kommunikation und Kreativität weiter.

3. Aufbauend auf (2) ist leicht verständlich, dass Kommunikationsrevolutionen (Sprache, Schrift, Buchdruck, Telefon…) immer mit gesellschaftlichen Entwicklungsschritten verbunden sind und waren.

4. Bei der Entwicklung eines Instruments (z.B. Schrift oder Internet) liefert die Evolution zunächst meist vorläufige Funktionen. Die endgültigen bzw. dominierenden Funktionen entwickeln sich erst mit der Zeit; z.B. war die Schrift zunächst nicht für die eigentliche Kommunikation gedacht, sondern als Gedächtnisstütze für Boten, die ihre Botschaft dann mündlich vortrugen.

5. Neue Instrumente brauchen Zeit bis sich die Auswirkungen in der Gesellschaft zeigen.

Aus den Punkten 1-5 erschließt sich meiner Meinung nach die Bedeutung der internetgestützten Kommunikationsanwendungen in zarten Zügen. Diese Form der Kommunikation wird die gesellschaftliche Entwicklung enorm prägen. Durch das nun jederzeit verfügbare Wissen und die “online-live-Verbindung” mit allen Katastrophen dieser Erde, wird sich unsere Gesellschaft stark verändern. Ich gehe davon aus, dass das Internet seine finale Funktion bzw. all seine Möglichkeiten und Optionen noch lange nicht offengelegt hat. Im Moment kämpfen wir noch mit einer Informationsflut – immer in der Sorge etwas zu verpassen, etwas nicht zu wissen. Doch mit der Zeit wird sich diese Entwicklung einpendeln und das Internet wird seine finale Funktion erhalten. Vielleicht ist die kommende Wirtschaftslogik auf ebendiese Funktionsform angewiesen? Ein kurzer Gedanke: Geleichberechtigte Abstimmung von vielen Einzelinteressen bzw. Einzelbedürfnissen?

“Wir” werden uns ändern, unser Bewusstsein wird sich ändern – nicht zuletzt duch die Informationsflut (durchaus positiv gemeint) aus dem Internet. Abschließend zu diesem Thema möchte ich einen gewissen Herrn Russell zu Wort kommen lassen:

Der primäre Sprung innerhalb der menschlichen Evolution sind nicht die Computer oder die Genwissenschaften, sondern das Bewusstsein, die Evolution des Bewusstseins. Die Veränderungen die diese Entwicklungen mit sich bringen, werden so bedeutend sein, dass ihre tatsächliche Auswirkung sehr wohl jenseits unserer Vorstellungskraft liegt. Wir werden uns nicht mehr als isolierte Einzelmenschen betrachten; wir werden wissen, dass wir Teil eines extrem schnell integrierenden globalen Netzwerkes sind, die Nevenzellen eines erwachten globalen Gehirns.

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Habitas 2010

Gemeinsam mit Georg Mattesberger reichten wir das Projekt NaturWerk für den Ideenwettbewerb Habitas 2010 in der Nationalparkregion Osttirol ein. Worum geht es bei unserer Idee? Aus den Einreichunterlagen:

Kernpunkt des Projekts NaturWerk ist die Erzeugung und Vermarktung von Produkten mit  Geschichte, zu denen der Kunde eine persönliche Beziehung hat:

  • Das Holz vom Kirschbaum, gewachsen am elterlichen Hof wird zur Tischplatte auf der täglich gegessen wird.
  • Der Stein, gefunden bei einer Wanderung, wird zum Schmuckstück verarbeitet, das man bei sich trägt.
  • Das Heu von der Bergwiese im „Geruchskissen“, als Erinnerung an eine schöne Wanderung in den Osttiroler Bergen.

Die Geschichte des Produktes bzw. die Beziehung zum Produkt kann dabei aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt sein und soll die nachstehenden Kriterien erfüllen:

  • Vom Kunden persönlich eingebrachte Materialien werden verarbeitet.
  • Regionaltypische Materialien werden verarbeitet.
  • Gebrauchte, themenfremde Materialien werden eingesetzt (z.B. altes Fenster im Bücherregal).
  • Alte Materialien werden mit Hightech kombiniert.
  • Produkte haben keinen herkömmlichen Souvenircharakter.
  • Produkte sind Einzelstücke aus nicht automatisierter Produktion.
  • Die handwerkliche & kreative Qualität steht im Vordergrund.
Alte Zaunbretter mit Wurmbefall werden zu Masken umgearbeitet.

Alte Zaunbretter mit Wurmbefall werden zu Masken umgearbeitet.

Unserer Meinung  nach eine tolle Idee, welche den Anforderungen an emotionaliserten, individuellen und ressourcenschonenden Konsum entspricht. Die Kriterien Wertschöpfung, Innovation, Umsetzbarkeit und Imagefaktor, waren aus unserer Sicht erfüllt.

Die Jury hiefte uns in die engere Auswahl der besten 3. Für den Sieg reichte es dann leider nicht. Der Habitas in der Kategorie  Produkte ging nach Kals. Die Idee der Produktion & Vermarktung von Ziegenmilchprodukten machte das Rennen. Da wir von unserer Idee überzeugt sind, werden wir  diese auf alle Fälle weiterverfolgen!

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