Archiv für die Kategorie „Allgemein“

Blick zur hohen Politik

Dass es viele “grass roots” – Initiativen gibt, die sich mit einer ökologisch & sozial gerechten Zukunft beschäftigen, ist hinreichend bekannt. Doch auch in der hohen Politik scheint man sich dem Thema der Nachhaltig und des Wachstums langsam ernsthaft anzunehmen. Zumindest lassen die Äußerungen von Angela Merkel darauf schließen (Video, interessant ab Minute ~ 2). Sie spricht von einer nachhaltigen Finanzarchitektur, von nachhaltigem Umgang mit Ressourcen und von einer Abkehr von BIP als einzig “gültige” Messgröße für Wohlstand und Fortschritt. Ein Gespräch mit Frau Merkel wäre höchst interessant. Was sie wohl immer mit dem Begriff “nachhaltig” meint!?

Dazu ein kurzer Schwenk zur Finanzkrise. Der Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) kritisiert in seiner neuen Publikation Mythen der Krise, die mangelhafte und unvollständige Krisenanalyse:

Wenn sich die kritischen ökonomischen Theorien, durch die Krise ins Recht gesetzt, durchsetzen würden, würde bzw. müsste das mehr oder weniger fundamentale wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Umgestaltungen nach sich ziehen.

Zurück zu Frau Merkel. Wenn sie von einer nachhaltigen Finanzarchitektur spricht, gesteht sie indirekt ein, dass es so nicht weiter laufen kann. Damit verbunden sind jedoch auch genau die vom BEIGEWUM angesprochenen Umgestaltungen. Ein Wandel steht bevor, das wissen auch die Politiker, doch sie wissen auch, dass es für den Wandel keine Blaupause gibt.

Video entdeckt bei Wachstum im Wandel.

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Vision & Bewusstsein & ein Video

Eigentlich wollte ich heute die positive und attraktive Seite unserer Zukunft präsentieren. Denn wer einen Wandlungsprozess inizieren will, der muss ein attraktives Ziel verkaufen. Zu lange wurde nur mit dem Zeigefinger auf falsches Verhalten hin gedeutet.  Dass sämtliche Umweltschutzgruppen damit nur mäßig erfolgreich waren, ist bekannt.

Dazu eine Parallele aus dem Alltag: Essen ist eine der schönsten Beschäftigungen der Welt – zumindest für mich. Übergewicht ist bei übermäßigem Genuss oft die Folge. Was bewegt einen Menschen nun dazu,weniger oft dem Genuss zu fröhnen? Der Zeigefinger des Lebenspartners, oder doch eine attraktivere Figur, bessere Gesundheit und höhere Leistungsfähigkeit die in Aussicht stehen?

Bevor man aber dieses neue gesunde Leben anstreben kann, muss man  realisieren, dass man im Moment auf ungesunden Pfaden wandelt, dass man ein Problem hat.  Es gilt Bewusstsein für ein Problem zu schaffen. In diesem Zusammenhang ist auch das Video von Dennis Meadows zu verstehen.

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Bye – bye Darwin

Wer kennt ihn nicht, Charles Darwin. Selten hat ein Biologe unsere Sicht der Welt so beeinflusst wie er. “Survival of the fittest”, ist ein viel zitierter Ausspruch der im Rahmen der Evolutionstheorie mit Darwin in Verbindung gebracht wird. Eigentlich zu unrecht, denn der Satz stammt von Herbert Spencer, der mit diesem Ausspruch die “Denke” Darwins zusammenfasste.  Nicht selten wird unser täglicher wirtschaftlicher Konkurrenzkampf mit den Erkenntnissen von Charles Darwin legitimiert bzw. verzerrt. Denn “survival of the fittest” meint nicht den “Fittesten und Gesundesten” sondern den am besten Angepassten.

Charles Darwin im 51. Lebensjahr

Charles Darwin im 51. Lebensjahr - Wikipedia

Wie sich in den letzten Jahren herausstellte, sind Darwins Thesen nicht länger zur Gänze haltbar. Dabei sind 2 Punkte von besonderer Bedeutung:

1. Evoulution geschieht nicht schleichend und fortwährend wie Darwin behauptet, sondern ist geprägt von stabilen Phasen (Stasis), die von Phasen des Umbruchs unterbrochen werden. In diesen Entwicklungsschüben passiert in sehr kurzer Zeit sehr viel (vgl. Bauer J | Das kooperative Gen | S. 66).

2. Voraussetzung darwinistischer Entwicklungen ist die Blindheit der sich entwickelnden Individuen gegenüber den Rahmenbedingungen (vgl. Wikipedia). Diese Erkenntnis muss heute auch zurückgewiesen werden. Denn Evolution geschieht nicht zufällig, sondern wird aktiv betrieben und durch externe Stressoren – wie zum Beispiel klimatischen Veränderungen – angestoßen (vgl. Bauer J.| Das kooperative Gen | S. 67).

Diese 2 Tatsachen haben eine große Bedeutung für unsere weitere gesellschaftliche Entwicklung. Berücksichtigt man nämlich die fraktale Ordnung unserer Welt, dann ist der Schluss zulässig, dass sich gravierende gesellschaftliche Veränderungen auch schubweise ereignen und nicht langsam und schleichend. [ Fraktale Ordnung: In diesem Konzept geht man davon aus, dass die Welt nach dem Prinzip des Selbstähnlichkeit aufgebaut ist. Zusammenhänge und Strukturen auf zellulärer Ebene finden sich auch in der Gesellschaft wieder]. Dass  ein Wandel in unserer Gesellschaft vor der Türe steht, ist für wache Geister unübersehbar. Dennis Meadows, der Verfasser des bekannten Buchs “Grenzen des Wachstums” geht sogar davon aus, dass sich die Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren stärker ändern wird als in den letzten 50 Jahren.

Die Evolution geht weiter und Darwins Thesen werden wahrscheinlich noch länger die Basis der Gedankenkonstrukte vieler Menschen beeinflussen, auch wenn seine  Erkenntnisse heute schon großteils widerlegt wurden.

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Vor der Krise ist IN der Krise

Wenn man sich mit der Zukunft beschäftigt, muss man zwangsläufig im systemischen Denken verhaftet sein. Prognosen die  nur auf einen Ausschnitt der Realität berücksichtigen sind zum Scheitern verurteilt. Je tiefer man in “das System” unserer Gesellschaft eindringt, desto mehr verlässt man das Greif- und Fassbare und taucht in die Psychologie ein.  Es ist wirklich erstaunlich, zu welchen Erkenntnissen die moderne Psychologie (verknüpft mit den Naturwissenschaften)  in den letzten Jahren gelangt ist.  Diese Erkenntnisse, die ich an anderer Stelle vertiefen möchte, lassen ein völlig neues Verständnis unserer heutigen Situation entstehen. Dabei gerät unsere materialistische Prägung stark ins Wanken und die Bedeutung des Geistes (metrisches Feld bei Einstein) wird hervorgehoben. Der Übergang von einem rein matrialistischen Weltbild hin zu einer Gleichberechtigung von Materie und Geist ist die Herausforderung der wir uns stellen werden müssen. Was 1970 mit den “Grenzen des Wachstums” (Meadows) begann, erlebt dieser Tage in den Medien eine Wiedergeburt.  Aktuelle Beispiele sind auf den Seiten des ORF und des Standard zu finden. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Konferenz Wachstum im Wandel im Jänner in Wien.

Im Herbst 2008 tönte ein aufwühlender Spruch durch die Medien: “Nach der Krise wird nichts mehr sein wie vor der Krise”. Nun stehen wir am Wechsel in das Jahr 2010 – und was hat sich geändert? Wenn der Spruch Gültigkeit haben soll (und die hat er meiner Meinung nach),  stehen wir noch immer am Anfang der Krise, denn geändert hat sich noch nichts. Das System ist das gleiche. Sämtliche Anreizmechanismen und Regeln funktionieren wie bisher, es wird versucht das alte System wiederzubeleben. Vor der Krise ist also nach der Krise – oder treffender, vor der Krise ist in der Krise.

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Mein Lebensprojekt

Traditionell blickt man am Ende jedes Jahres mit einem Auge zurück und mit dem anderen nach vor. Was ist gelaufen, was bringt die Zukunft? Für mich persönlich hat mein “Lebensprojekt”  Zukunftsraum begonnen.  Angetrieben von der Frage nach dem Warum und Wieso stelle ich mich den Fragen der Zukunft.

Die Erde dreht sich auch 2010 weiter!

Die Erde dreht sich auch 2010 weiter!

Zukunft war in den letzten 60 Jahren immer ein Garant, dass es für uns Westeuropäer – zumindest materiell – immer besser wird. Im historischen Kontext haben wir es mit einer einmaligen Situation und einem einmaligen Wohlstandsgewinn zu tun. Spätestens seit der Jahrtausendwende hat sich das positive Zukunftsbild etwas verdunkelt. Die Internetblase, die Anschläge von 9/11, Afganistan, Irak, Ölpreisrally, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Klimaalarm, um nur einige wenige ganz offensichtliche Ereignisse zu erwähnen. Gerade mit den jüngsten wirtschaftlichen Ereignissen hat ein Nachdenkprozess eingesetzt, die Zukunft wird kritischer gesehen. Wer offenen Auges durch die Welt geht, Zeitung liest, sich im Internet erkundigt und reflektiert, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich etwas tut.

Ich persönlich bin nach 3-jährigem persönlichen Studium von Peak Oil, Finanz- und Wirtschaftssystem, Klimawandel und sozialer Gerechtigkeit zu der Erkenntnis gelangt, dass wir am Anfang eines Strukturwandels stecken. Was wir im Moment erleben ist nicht nur ein kleiner Knick in der Wachstumskurve, es sind die ersten Zeichen für einen strukturellen Wandel in der Wirtschaft und der Gesellschaft. Aus eben dieser Erkenntnis ist mein Lebensprojekt Zukunftsraum entstanden.  Es bewegt sich eigentlich zwischen zwei Welten. Mit einem Bein ist es in den bestehenden Strukturen verankert, mit dem zweiten Bein macht es erste Schritte in die Zukunft. Was die beiden Gliedmaßen zusammenhält ist das Wissen über die Wichtigkeit lokal verwurzelter, funktionierender und agierender Akteure, Strukturen und Gemeinschaften.

Blicken wir also in die Zukunft. Offiziell eröffnet wird das Jahr 2010 mit der Teilnahme am Wachstum im Wandel – Kongress im Jänner in Wien. Im Februar wird vernetzt. Gemeinsam mit  anderen Beratern wird an einem Beratungsleitbild zum Wandel gearbeitet. Das Thema des Wandels wird im März mit dem von mir durchgeführten Workshop “Welt im Wandel”  in Lienz weitergetragen. Im April steht  eine persönliche Horizonterweiterung am Plan: Ausbildung zum Transition Trainer. Bis Mai sollte die Produktion der Printprodukte (Erlebnisführer) für den Outdoorpark Oberdrautal abgeschlossen sein. Gemeinschaftlich wird in der ersten Jahreshälfte auch das Thema Flusswandern auf der Drau weiterentwickelt. Soweit die ersten Fixpunkte. Einige Projekte hängen noch in der Ideen-Konzept-Schleife in meinem Hirn. Wenn die Zeit dafür Reif ist, werden sie an die Öffentlichkeit gelangen.

2010 wird ein Jahr der Unsicherheit, so verkünden es die Medien und sie dürften Recht damit haben. Relative Sicherheit können wir nur haben wenn es globales robustes Wachstum gibt. Dann ist abzusehen was passieren wird. Doch dem Wachstumsprozess liegen immer mehr Hindernisse im Weg: Explodierende Staatsschulden, steigende Energiekosten, steigende Arbeitslosigkeit, steigende soziale Ungleichverteilung, die Weltklimakrise. Offiziell gibt es keine Alternative zum System des Wirtschaftswachstums, nur dieses erzeuge Stabilität. Dass dies aber nur die halbe Wahrheit ist, vermitteln uns sämtliche zuvor erwähnten krisenhaften Entwicklungen. Dass an gesellschaftlicher Stabilität auch abseits von Wirtschafswachstum gearbeitet werden kann, zeigen uns heute schon zahlreiche “Grass-Roots-Initiativen”. Diese Bewegungen “von unten” arbeiten praxisorientiert an der Zukunft. 2010 werde ich mich verstärkt dieser Initiativen annehmen und den Gedanken einer basisorientierten und selbstbestimmten Entwicklung stärker vorantreiben. Zukunftsraum möchte damit einen Schritt weiter gehen, Ideologien beiseite lassend, einen Schritt weiter in Richtung einer zukunftsfähigen Gesellschaft.

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