Archiv für die Kategorie „Best practice“
Habitas 2010
Gemeinsam mit Georg Mattesberger reichten wir das Projekt NaturWerk für den Ideenwettbewerb Habitas 2010 in der Nationalparkregion Osttirol ein. Worum geht es bei unserer Idee? Aus den Einreichunterlagen:
Kernpunkt des Projekts NaturWerk ist die Erzeugung und Vermarktung von Produkten mit Geschichte, zu denen der Kunde eine persönliche Beziehung hat:
- Das Holz vom Kirschbaum, gewachsen am elterlichen Hof wird zur Tischplatte auf der täglich gegessen wird.
- Der Stein, gefunden bei einer Wanderung, wird zum Schmuckstück verarbeitet, das man bei sich trägt.
- Das Heu von der Bergwiese im „Geruchskissen“, als Erinnerung an eine schöne Wanderung in den Osttiroler Bergen.
Die Geschichte des Produktes bzw. die Beziehung zum Produkt kann dabei aus verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt sein und soll die nachstehenden Kriterien erfüllen:
- Vom Kunden persönlich eingebrachte Materialien werden verarbeitet.
- Regionaltypische Materialien werden verarbeitet.
- Gebrauchte, themenfremde Materialien werden eingesetzt (z.B. altes Fenster im Bücherregal).
- Alte Materialien werden mit Hightech kombiniert.
- Produkte haben keinen herkömmlichen Souvenircharakter.
- Produkte sind Einzelstücke aus nicht automatisierter Produktion.
- Die handwerkliche & kreative Qualität steht im Vordergrund.

Alte Zaunbretter mit Wurmbefall werden zu Masken umgearbeitet.
Unserer Meinung nach eine tolle Idee, welche den Anforderungen an emotionaliserten, individuellen und ressourcenschonenden Konsum entspricht. Die Kriterien Wertschöpfung, Innovation, Umsetzbarkeit und Imagefaktor, waren aus unserer Sicht erfüllt.
Die Jury hiefte uns in die engere Auswahl der besten 3. Für den Sieg reichte es dann leider nicht. Der Habitas in der Kategorie Produkte ging nach Kals. Die Idee der Produktion & Vermarktung von Ziegenmilchprodukten machte das Rennen. Da wir von unserer Idee überzeugt sind, werden wir diese auf alle Fälle weiterverfolgen!
Vom Zug auf die Piste
Unglaublich aber wahr! Auf der Seite http://www.snowcarbon.co.uk/ wird Skiurlaub in den Alpen mit Anreise per Bahn (aus England) beworben. Hinter diesem interessanten Projekt stehen Daniel Elkan, britischer Reisejournalist und sein Kollegen Mark Hodson. Neben dem “Umweltargument” (90% CO2-Reduktion im Vergleich zum Flugzeug) führen die beiden Journalisten auch folgende Argumentation ins Treffen: „Im Durchschnitt dauert die Anreise per Bahn – von Haustür zu Hoteltür gerechnet – nur gut eine Stunde länger als per Flugzeug.“ Komfort und keine stundenlangen Bustransfers ins Skigebiet werden ebenfalls als Argumente für eine Anreise per Zug angeführt. 220€ kostet ein Hin&Retour-Ticket nach St. Anton am Arlberg. Man startet um 6.22 in London und ist um 18.57 am Arlberg. Gar nicht schlecht!

Vom Zug auf die Skier
Ich persönlich finde das Projekt “stark”. Ein erster Schritt, um über die Grenzen hinaus zu blicken und zu sehen was möglich ist. Interessant sind diese Angebote natürlich in erster Linie für Personen, die an hochrangigen Eisenbahnstationen wohnen. Denn die größte Schwäche (im Sinne des Komfort) ist das Umsteigen. Dies ergaben meine Arbeiten an einem Skigebietsprojekt in Südtirol zum Thema Öffentlicher Verkehr. Es bedarf einer recht aufwändigen Dienstleistungskette, um eine angenehme Anreise zu ermöglichen. Doch in Zeiten ständig steigender Nachfrage nach Leihausrüstung, sollte das Thema “Umsteigen mit schwerem Gepäck” auch ein lösbares sein.
Link zum Artikel in der Presse.
Best practice: Nachhaltigkeit schafft Zufriedenheit
Aus dem Leben gegriffen – meine ganz persönliche Erfahrung mit gelebter Nachhaltigkeit:
Wenn man sein Büro einrichtet und gestaltet, hat man viele Möglichkeiten dies zu tun: a) zu einem großen schwedischen Möbelhaus fahren, b) eine andere ähnlich gelagerte Kette wählen, c) den Tischler mit einer “08/15″ Ganitur beauftragen, oder d) seine eigene Kreativität und die des Tischlers für die Gestaltung eines individuellen Produkts anzapfen.
Ich habe mich für Variante “d” entschieden. OK, zugegeben nicht alle Einrichtungsgegenstände im Büro stammen von Variante “d”. Doch dies ist auch gar nicht notwendig. Nachhaltigkeit kommt nicht von heute auf morgen, das ist ein Prozess. Schritt für Schritt. Den Anfang machte bei mir der Couchtisch.
Nachdem ich mit dem “Tischler meines Vertauens” Ideen ausgetauscht hatte, ihm mein Verständnis von Nachhalitgkeit erklärt hatte und ihn “beauftragt habe diese Nachhaltigkeit in mein Büro zu bringen”, ließ ich ihm freies Spiel. Gespannt wartete ich auf den Liefertermin und was mich erwarten würde. Als es so weit war, das gute Stück in meinem Büro stand und Georg (der Schöpfer des Couchtisches) mir die Geschichte und die Funktionalität des Mobilars erklärte, war ich hochzufrieden mit dem Stück.

Aus einem Wurzelstock wird ein funktionaler Couchtisch.
Nicht nur, dass es ein Einzelstück ist und bleiben wird, ich weiß wo der Wurzelstock herkommt, wie er nachbearbeitet wurde, war dabei als die Glasplatte montiert wurde und kenne den Menschen der das Produkt hergestellt hat. Außer dem persönlichen Effekt ein Einzelstück mit Geschichte für meine Eitelkeit zu besitzten, regionale Wertschöpfung ausgelöst zu haben, soziale Kontakte vertieft zu haben, war die Aussage von Georg das “Sahnehäubchen” für mich: “Es wäre schön immer so kreativ tätig zu sein und seinen Fähigkeiten und Ideen freien Lauf zu lassen.”
Dinge zu schaffen, seine eigene Kreativität einbringen zun können, stolz darauf zu sein etwas besonders geschaffen zu haben. Befriedigung in sinnvoller und sinngebender Arbeit zu finden ist eine maßgebliche Komponente nachhaltiger Entwicklung und wichtiger Bestandteil für die Formung einer zufriedenen und erfüllten Gesellschaft.
….und das nächste Stück – “mein” Regal – ist schon im Entstehen, ich werde berichten!