Archiv für die Kategorie „Mobilität“
Vom Zug auf die Piste
Unglaublich aber wahr! Auf der Seite http://www.snowcarbon.co.uk/ wird Skiurlaub in den Alpen mit Anreise per Bahn (aus England) beworben. Hinter diesem interessanten Projekt stehen Daniel Elkan, britischer Reisejournalist und sein Kollegen Mark Hodson. Neben dem “Umweltargument” (90% CO2-Reduktion im Vergleich zum Flugzeug) führen die beiden Journalisten auch folgende Argumentation ins Treffen: „Im Durchschnitt dauert die Anreise per Bahn – von Haustür zu Hoteltür gerechnet – nur gut eine Stunde länger als per Flugzeug.“ Komfort und keine stundenlangen Bustransfers ins Skigebiet werden ebenfalls als Argumente für eine Anreise per Zug angeführt. 220€ kostet ein Hin&Retour-Ticket nach St. Anton am Arlberg. Man startet um 6.22 in London und ist um 18.57 am Arlberg. Gar nicht schlecht!

Vom Zug auf die Skier
Ich persönlich finde das Projekt “stark”. Ein erster Schritt, um über die Grenzen hinaus zu blicken und zu sehen was möglich ist. Interessant sind diese Angebote natürlich in erster Linie für Personen, die an hochrangigen Eisenbahnstationen wohnen. Denn die größte Schwäche (im Sinne des Komfort) ist das Umsteigen. Dies ergaben meine Arbeiten an einem Skigebietsprojekt in Südtirol zum Thema Öffentlicher Verkehr. Es bedarf einer recht aufwändigen Dienstleistungskette, um eine angenehme Anreise zu ermöglichen. Doch in Zeiten ständig steigender Nachfrage nach Leihausrüstung, sollte das Thema “Umsteigen mit schwerem Gepäck” auch ein lösbares sein.
Link zum Artikel in der Presse.
Von 0 auf 100 km/h in…
Gestern, beim Aktionstag autofreies Lienz, bin ich zum ersten Mal auf einem E-Bike unterwegs gewesen. Fasziniert hat mich auf Anhieb die Beschleunigung. Ein richtiger Überraschungseffekt.

E-Bikes sind im Kommen!
Der aufkommende Boom bzgl. der E-Bikes und die dadurch sinkenden Preise eröffnen ganz neue Möglichkeiten im täglichen Leben und im Tourismus. Ein paar Gespräche ergaben das Bild von einer Branche im Aufbruch. Während in den letzten 10 Jahren kleine Firmen das Geschehen beherrschten, steigen nun die großen Fahrradfirmen ein. Ab 1.000 € ist man dabei. Qualität erhält man ab ca. 1.500€. Noch gibt es einige unterschiedliche “Glaubensrichtungen” was den Antrieb betrifft. Mir ist das Prinzip am sympathischsten, bei dem sich die elektrische Unterstützung nur beim Treten aktiviert.
Der E-Bike-Boom scheint durch diverse Fördermechanismen ein Selbstläufer zu werden. Durch intelligente Verknüpfung von Maßnahmen und Angeboten gilt es diesen Boom zu nutzen und das E-Bike – wo immer möglich – als attraktive Alternative zum Auto zu positionieren. Gerade in den Verkehrsgruppen Ausbildungsverkehr, Freizeitverkehr und Einkaufsverkehr – wo die durchschnittliche Weglänge unter 10km liegt – besteht großes Potential für die Vermeidung von MIV (motorisierter Individualverkehr).
Für die Weiterentwicklung unseres Verkehrssystems müssen wir aber besonders in intermodalen (Verkehrsträger übergreifend) Konzepten denken!
Nachhaltig mobil
Wandern in den Südtiroler Dolomiten erfreut das Herz eines jeden umweltbewussten Gastes. Wieso ich das behaupte? Während man sich anderswo mühsam mit dem PKW über kleine Almstraßen über die Baumgrenze hinauf kämpfen muss, laden in Südtirol – bzw. genauer gesagt in Alta Badia – unzählige Bergbahnen im Sommerbetrieb zur Auffahrt ein. Nicht dass es dies in unseren Breiten nicht gäbe, doch in Alta Badia wartet ein besonders Zuckerl. Der Gast kann mit seiner Mobilitätskarte sämtliche Bergbahnen (12 an der Zahl) und Linienbusse benutzten. Einmal zahlen und dann geht es dahin. Kein mühsames Kaufen von Fahrkarten, kein Ärgern über teure Tickets für die Bergbahnen. Auf das Auto kann man verzichten und die Südtiroler Bergwelt ohne PKW erkunden.
An dieser Stelle möchte ich noch eine persönliche ÖV-Erfahrung mit Ihnen teilen: Reist man mit dem ÖV ist man natürlich nicht so flexibel. Der Öffentliche Verkehr wird nie die “Freiheit” bieten wie der PKW. Doch stellt man sich auf fixe Abfahrtszeiten ein und plant mit genug Pufferzeit, hat der ÖV durchaus seinen Reiz. Man reist bewusster, plant bewusster und nimmt bewusster wahr. Wartezeiten geben Zeit zum Reflektieren oder Kontakte mit der lokalen Bevölkerung zu knüpfen. Im Urlaub kann man sich Zeit nehmen. Reisen mit dem ÖV ist zum großen Teil “Einstellungssache”. All die motivierenden Worte für den Öffentlichen Verkehr sollen jedoch nicht davon ablenken, dass in vielen Regionen das ÖV-Angebot einfach zu unattraktiv ist, um genutzt zu werden.
