Tag: Finanzwelt

Ablaufdatum

Langsam dringen maßgebliche Informationen in die öffentliche Diskussion vor. Unser Finanzsystem hat ein Ablaufdatum. Sehen Sie hierzu die Diskussion auf ZDF.

Bitte einfach in den Schieber in der Leiste unter dem Bild zur Minute 14 schieben. Dirk Müller (Mr. Dax) erklärt die Grundzüge des Finanzsystems!

Nachhaltiges Finanzsystem & nachhaltige Energieversorgung gefordert

Reiseintensiv sind diese Tage für mich. Doch hat sich der Aufwand bis dato ausgezahlt. Letzten Donnerstag trat ich die Fahrt ins weit entfernte Pielachtal an, um der Einladung von Johann Weiss vom Steinschalerhof zu folgen. Der Nachhaltigkeitspionier hatte zu den Steinschaler Kamingesprächen geladen. Thema des Abends: Was hat das Finanzsystem mit Nachhaltigkeit zu tun. Als Redner war Prof. Wohlmeyer angekündigt. Es waren interessante & teilweise besorgniserregende Einblicke in unser Finanzsystem. Wie wir es drehen und wenden, die Loslösung der Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft wird zu einer Implosion des Systems führen. Die Frage ist, ob wir es schaffen eine geordnete Implosion zu organisieren, oder ob es „einfach geschehen wird“. Nach angeregter Diskussion folgte ein gemütlicher Abend im Steinschalerhof. Am nächsten Tag ging es weiter nach Wels zum Symposium „Energieautarke Gemeinde“.

Ca. 150 Gemeindevertreter waren in Wels erschienen, um sich zu dem Thema zu informieren.  Neben vielen Informationen über Förderprogramme und einem anregenden World Cafè, in dem sämtliche Handlungsebenen der Gemeinden diskutiert wurden, waren der Vortrag von Prof. Kromb-Kolb, bzw. die „Best practice Beispiele“ der Gemeinden Windhaag, Güssing und Langenegg die Highlights des Tages. Während der Aufstieg Güssings ohne massive Ziel I Gebietsförderung durch die Europäische Union nicht möglich gewesen wäre, „leben“ die Initiativen in den anderen beiden Gemeinden sehr stark von bürgerlichem Engagement.

Energieversorgung wird neu gedacht! Quelle:www.schueco.com

Energieversorgung wird neu gedacht! Quelle:www.schueco.com

Ihre Ausführungen über Peak Oil und Klimawandel schloss Prof. Kromp Kolb mit einem klaren Appell die Werte unserer Gesellschaft zu überdenken. Sie sprach das fortwährend Krisen produzierende Zinseszins-System an (alle 60 Jahre), forderte auf darüber nachzudenken wie ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum aussehen könnte und dass wir lernen müssen, längerfristig zu denken. Schlussendlich brauchen wir eine Stärkung der Zivilgesellschaft. Wir stehen vor einem kulturellen Epochenwandel.

Die klare Botschaft beider Veranstaltungen: Business as usual wird unsere aktuelle Situation verschärfen. Endloses Wachstum ist auf einem endlichen Planeten nicht möglich. Diese Erkenntnis muss uns zu mehr Effizienz, zu Suffizienz und zu neuen Denkweisen führen.



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Blick zur hohen Politik

Dass es viele “grass roots” – Initiativen gibt, die sich mit einer ökologisch & sozial gerechten Zukunft beschäftigen, ist hinreichend bekannt. Doch auch in der hohen Politik scheint man sich dem Thema der Nachhaltig und des Wachstums langsam ernsthaft anzunehmen. Zumindest lassen die Äußerungen von Angela Merkel darauf schließen (Video, interessant ab Minute ~ 2). Sie spricht von einer nachhaltigen Finanzarchitektur, von nachhaltigem Umgang mit Ressourcen und von einer Abkehr von BIP als einzig “gültige” Messgröße für Wohlstand und Fortschritt. Ein Gespräch mit Frau Merkel wäre höchst interessant. Was sie wohl immer mit dem Begriff “nachhaltig” meint!?

Dazu ein kurzer Schwenk zur Finanzkrise. Der Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) kritisiert in seiner neuen Publikation Mythen der Krise, die mangelhafte und unvollständige Krisenanalyse:

Wenn sich die kritischen ökonomischen Theorien, durch die Krise ins Recht gesetzt, durchsetzen würden, würde bzw. müsste das mehr oder weniger fundamentale wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Umgestaltungen nach sich ziehen.

Zurück zu Frau Merkel. Wenn sie von einer nachhaltigen Finanzarchitektur spricht, gesteht sie indirekt ein, dass es so nicht weiter laufen kann. Damit verbunden sind jedoch auch genau die vom BEIGEWUM angesprochenen Umgestaltungen. Ein Wandel steht bevor, das wissen auch die Politiker, doch sie wissen auch, dass es für den Wandel keine Blaupause gibt.

Video entdeckt bei Wachstum im Wandel.



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Vor der Krise ist IN der Krise

Wenn man sich mit der Zukunft beschäftigt, muss man zwangsläufig im systemischen Denken verhaftet sein. Prognosen die  nur auf einen Ausschnitt der Realität berücksichtigen sind zum Scheitern verurteilt. Je tiefer man in “das System” unserer Gesellschaft eindringt, desto mehr verlässt man das Greif- und Fassbare und taucht in die Psychologie ein.  Es ist wirklich erstaunlich, zu welchen Erkenntnissen die moderne Psychologie (verknüpft mit den Naturwissenschaften)  in den letzten Jahren gelangt ist.  Diese Erkenntnisse, die ich an anderer Stelle vertiefen möchte, lassen ein völlig neues Verständnis unserer heutigen Situation entstehen. Dabei gerät unsere materialistische Prägung stark ins Wanken und die Bedeutung des Geistes (metrisches Feld bei Einstein) wird hervorgehoben. Der Übergang von einem rein matrialistischen Weltbild hin zu einer Gleichberechtigung von Materie und Geist ist die Herausforderung der wir uns stellen werden müssen. Was 1970 mit den “Grenzen des Wachstums” (Meadows) begann, erlebt dieser Tage in den Medien eine Wiedergeburt.  Aktuelle Beispiele sind auf den Seiten des ORF und des Standard zu finden. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Konferenz Wachstum im Wandel im Jänner in Wien.

Im Herbst 2008 tönte ein aufwühlender Spruch durch die Medien: “Nach der Krise wird nichts mehr sein wie vor der Krise”. Nun stehen wir am Wechsel in das Jahr 2010 – und was hat sich geändert? Wenn der Spruch Gültigkeit haben soll (und die hat er meiner Meinung nach),  stehen wir noch immer am Anfang der Krise, denn geändert hat sich noch nichts. Das System ist das gleiche. Sämtliche Anreizmechanismen und Regeln funktionieren wie bisher, es wird versucht das alte System wiederzubeleben. Vor der Krise ist also nach der Krise – oder treffender, vor der Krise ist in der Krise.



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Leitl bringt`s auf den Punkt

Die Gefahren in unserem Wirtschaftssystem sind heutzutage vielfältig. Das Wachstum gerät von vielen Seiten “unter Beschuss”.  Ob wir uns Wachstum zukünftig leisten können bzw. wie Wachstum überhaupt nachhaltig sein kann, steht auf einem anderen Blatt. Für den Moment geht die Gefahr für unsere Wirtschaft jedoch nicht von Ressourcenknappheit aus, sondern von der Macht der Finanzjongleure.  In der gestrigen ZIB 2 hat Wirtschaftskammer Präsident Leitl im Rahmen eines Interviews einen bemerkenswert dringenden Appell in Richtung der Internationalen Gemeinschaft artikuliert.

Leitl skizzierte, dass die reale Wirtschaft extrem durch die Macht “einiger weniger” Finanzjongleure bestimmt wird. Die Politik richte sich nach den Maximen dieser Gruppe und nicht umgekehrt. Leitl zu Folge bringt dieser Zustand unser Wirtschaftssystem an den Rande des Abgrunds. Die Internationale Gemeinschaft rief er auf endlich Taten gegen die Finanzjoungleure zu setzten und klare Grenzen einzuziehen.

Der freie Fall der Wirtschaft dürfte vorerst gebremst sein, an der Wurzel des Problems wurde bis dato nicht gearbeitet. Klassisch geht man daran die Symptome zu behandeln, anstatt sich der Ursachen anzunehmen. Dies würde nämlich Veränderungen im Machtgefüge notwendig machen und das wird selbstverständlich gescheut!



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