Tag: Gesellschaft

Blick zur hohen Politik

Dass es viele “grass roots” – Initiativen gibt, die sich mit einer ökologisch & sozial gerechten Zukunft beschäftigen, ist hinreichend bekannt. Doch auch in der hohen Politik scheint man sich dem Thema der Nachhaltig und des Wachstums langsam ernsthaft anzunehmen. Zumindest lassen die Äußerungen von Angela Merkel darauf schließen (Video, interessant ab Minute ~ 2). Sie spricht von einer nachhaltigen Finanzarchitektur, von nachhaltigem Umgang mit Ressourcen und von einer Abkehr von BIP als einzig “gültige” Messgröße für Wohlstand und Fortschritt. Ein Gespräch mit Frau Merkel wäre höchst interessant. Was sie wohl immer mit dem Begriff “nachhaltig” meint!?

Dazu ein kurzer Schwenk zur Finanzkrise. Der Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM) kritisiert in seiner neuen Publikation Mythen der Krise, die mangelhafte und unvollständige Krisenanalyse:

Wenn sich die kritischen ökonomischen Theorien, durch die Krise ins Recht gesetzt, durchsetzen würden, würde bzw. müsste das mehr oder weniger fundamentale wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Umgestaltungen nach sich ziehen.

Zurück zu Frau Merkel. Wenn sie von einer nachhaltigen Finanzarchitektur spricht, gesteht sie indirekt ein, dass es so nicht weiter laufen kann. Damit verbunden sind jedoch auch genau die vom BEIGEWUM angesprochenen Umgestaltungen. Ein Wandel steht bevor, das wissen auch die Politiker, doch sie wissen auch, dass es für den Wandel keine Blaupause gibt.

Video entdeckt bei Wachstum im Wandel.



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Bye – bye Darwin

Wer kennt ihn nicht, Charles Darwin. Selten hat ein Biologe unsere Sicht der Welt so beeinflusst wie er. “Survival of the fittest”, ist ein viel zitierter Ausspruch der im Rahmen der Evolutionstheorie mit Darwin in Verbindung gebracht wird. Eigentlich zu unrecht, denn der Satz stammt von Herbert Spencer, der mit diesem Ausspruch die “Denke” Darwins zusammenfasste.  Nicht selten wird unser täglicher wirtschaftlicher Konkurrenzkampf mit den Erkenntnissen von Charles Darwin legitimiert bzw. verzerrt. Denn “survival of the fittest” meint nicht den “Fittesten und Gesundesten” sondern den am besten Angepassten.

Charles Darwin im 51. Lebensjahr

Charles Darwin im 51. Lebensjahr - Wikipedia

Wie sich in den letzten Jahren herausstellte, sind Darwins Thesen nicht länger zur Gänze haltbar. Dabei sind 2 Punkte von besonderer Bedeutung:

1. Evoulution geschieht nicht schleichend und fortwährend wie Darwin behauptet, sondern ist geprägt von stabilen Phasen (Stasis), die von Phasen des Umbruchs unterbrochen werden. In diesen Entwicklungsschüben passiert in sehr kurzer Zeit sehr viel (vgl. Bauer J | Das kooperative Gen | S. 66).

2. Voraussetzung darwinistischer Entwicklungen ist die Blindheit der sich entwickelnden Individuen gegenüber den Rahmenbedingungen (vgl. Wikipedia). Diese Erkenntnis muss heute auch zurückgewiesen werden. Denn Evolution geschieht nicht zufällig, sondern wird aktiv betrieben und durch externe Stressoren – wie zum Beispiel klimatischen Veränderungen – angestoßen (vgl. Bauer J.| Das kooperative Gen | S. 67).

Diese 2 Tatsachen haben eine große Bedeutung für unsere weitere gesellschaftliche Entwicklung. Berücksichtigt man nämlich die fraktale Ordnung unserer Welt, dann ist der Schluss zulässig, dass sich gravierende gesellschaftliche Veränderungen auch schubweise ereignen und nicht langsam und schleichend. [ Fraktale Ordnung: In diesem Konzept geht man davon aus, dass die Welt nach dem Prinzip des Selbstähnlichkeit aufgebaut ist. Zusammenhänge und Strukturen auf zellulärer Ebene finden sich auch in der Gesellschaft wieder]. Dass  ein Wandel in unserer Gesellschaft vor der Türe steht, ist für wache Geister unübersehbar. Dennis Meadows, der Verfasser des bekannten Buchs “Grenzen des Wachstums” geht sogar davon aus, dass sich die Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren stärker ändern wird als in den letzten 50 Jahren.

Die Evolution geht weiter und Darwins Thesen werden wahrscheinlich noch länger die Basis der Gedankenkonstrukte vieler Menschen beeinflussen, auch wenn seine  Erkenntnisse heute schon großteils widerlegt wurden.



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Social Business – ein Mosaikstein

Social Business? Sozialunternehmer? Ja, genau dies meint der Begriff.  Nicht Gewinnmaximierung kennzeichnet den Antrieb von Sozialunternehmern, sondern ihnen geht  es darum, mit ihrem Unternehmen gesellschaftliche Probleme zu lösen. Gewinne werden reinvestiert und nicht als Dividende ausbezahlt. Vater dieser Bewegung ist Muhammad Yunus (Link Wikipedia), dessen ursprüngliche Idee es war, die Armut durch Mikrokredite zu besiegen.

Muhammed Yunus - Gründer der Social Business Idee

Muhammad Yunus - Gründer der Social Business Idee

In Tirol wurde dieser Gedanke letzten Donnerstag vom Zukunftszentrum im Rahmen einer “Kick Off” Veranstaltung vorgestellt. Einer der Hauptredner bei dieser sehr gut besuchten Veranstaltung war Peter Spiegel, Veranstalter der ersten deutschsprachigen Konferenz (Vision Summit) zum Thema Social Business. Im Laufe der Veranstaltung wurden viele interessante Beispiel die den Social Business Gedanken widerspiegeln aus den Bereichen Bildung, regionale Lebensmittel, Mikrokredite und Barrierefreiheit präsentiert.

Was diese Veranstaltung mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun hat liegt glaube ich auf der Hand. Wo liegt der Konnex zum Tourismus? Für mich persönlich ist die Social Business Bewegung ein klarer Indikator für den Zustand unserer Gesellschaft. Sie verändert sich und diese Veränderung wird sich wahrscheinlich noch beschleunigen. Das “Mehrungsparadigma”, der Egoismus, der Konsumrausch, kurzum der Materialismus beginnt nachzulassen. Selbstverständlich kann man noch von keiner starken, alle Schichten erfassenden, flächendeckenden Bewegung sprechen. Doch Social Business ist für mich ein weiterer Mosaikstein in der gesellschaftlichen Entwicklung, die wiederum das Urlaubsverhalten ihrer Mitglieder prägt. Wir sind wieder bei der Sinngesellschaft angelangt. Social Business findet im Tourismus ihren Ausdruck z.B. im Volunteering. Das verrichten von sinnvoller Arbeit im Urlaub hat auch in Österreich schon fußgefasst. Die Nachfrage danach wird künftig stark zunehmen.

Wirtschaftsakteure in unserer Gesellschaft sollten all diese Bewegungen, die in Richtung Nachhaltigkeit laufen, auf ihrem Radar haben. “More of the same”  als die bis dato heilsbringe Wirtschafsweisheit wird  in einer Gesellschaft die zusehends nach Sinn und “Substanz” lechzt keine Zukunft haben.



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Von Gesprächen, Zugreisen und dem Druckkochtopf

Im Moment tun sich bei mir  laufend interessante Gespräche auf, deren Inhalte hier wiederzugeben mich und den Leser wahrscheinlich überfordern würden. Eine Begegnung – mit einem bekannten Schauspieler – war für mich persönlich aber besonders wertvoll und bereichernd.

Das Vergnügen Johannes Silberschneider kennenzulernen wurde mir im Zug zuteil. Er kam mir bekannt vor, was mich dazu ermutigte ihn direkt anzusprechen: “Wir kennen uns doch von irgendwoher!?” Die Bekanntheit stellte sich sehr rasch als einseitig heraus, da mir sein Gesicht aus Film und Fernsehen vertraut war. Es ergab sich aber ein äußerst interessantes Gespräch über den Zustand der Wirtschaft und der Gesellschaft.  Es war äußerst bereichernd für mich, das Thema mit meinem systematischen Ansatz und seinem künstlerischen Hintergrund zu beleuchten; ein interessanter Diskurs entstand, der in der Aussage von Johannes Silberschneider gipfelte:

Wir leben im Druckkochtopf der Weltgeschichte!

Wie diese Aussage die Situation auf den Punkt bringt, ich war begeistert. Das Wesen des Druckkochtopfs ermöglicht eine beschleunigte Entwicklung, ein schnelleres Zubereiten von Speisen. Doch irgendwann ist jede Speiße gar, der Deckel wird entfernt und der Druck entweicht!

Leider beendete der Zugendbahnhof unser Gespräch viel zu schnell und unsere Wege trennten sich. Für mich ging es weiter zum Online Nachhaltigkeitsgipfel (davon später), bei dem sich wiederum eine Vielzahl interessanter Konversationen auftaten.



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