Tag: Inwertsetzung

Die Landschaft ist der Träger der Geschichte

Storytelling – zu Deutsch Geschichten erzählen – ist bei der touristischen Angebotsentwicklung  in aller Munde. Was macht Storytelling aber so bedeutsam? Eine Geschichte erzählt immer von Ereignissen,  wobei der dramaturgische Aufbau die Geschichte auf ein zentrales Ereignis hinlaufen lässt.

Ein Produkt ohne Geschichte ist ein Produkt ohne Wert.

Ein Produkt ohne Geschichte ist ein Produkt ohne Wert.

Im Tourismus gibt es nun verschiedene Möglichkeiten Geschichten zu erzählen. Sie können Themenparks udgl. errichten und dort die perfekten Geschichten erzählen. Doch funktionieren Themenparks in den Alpen äußerst schlecht – zumindest wenn sie sich nicht mit ihrem Umfeld auseinander setzen. Die Alpen sind voller Geschichten die mehr in sich tragen als eine künstliche Erlebniswelt bieten kann. Die Entstehung der Alpen, der Landschaftsformen und -elemente, sowie der Bräuche und Traditionen der Menschen stetzt sich aus einer Unmenge an Geschichten zusammen. Die Landschaft ist Träger der Geschichte. Inwertsetzung bedeutet diese Geschichten zu erzählen und damit dem Landschaftsraum Bedeutung zu geben.

Das Spiel mit der Geschichte endet jedoch nicht mit dem Erzählen der Geschichte, sondern beginnt eigentlich mit dem Zuhörer – mit dem Gast. Was kommt bei ihm an, welche Geschichten interessieren ihn? Dazu müssen wir in die Motivforschung einsteigen und wissen, welche Sehnsüchte (Motive) der Urlaubsgast durch das Urlaubserlebnis befriedigen möchten. Ansätze gibt es viele, hervorzuheben sind die Ansätze von Maslow, Trommerdorf  oder Bischhof.

Geschichten erzählen meint also Bedeutung geben. Dem Gast die Möglichkeit geben zu verstehen, Landschaft mit Inhalten füllen und schlussendliche authentische Angebote schaffen. Je lebendiger die Geschichte gestaltet wird (nicht nur Schautafeln) desto stärker wirkt sie.  Storytelling als ein Schritt zur  Inwertsetzung von Landschaft und Regionen.



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Bedienungsanleitung

Inwertsetzung von Regionen, Landschaften, Kulturen oder der Natur!? Was steckt dahinter, was versteht man darunter. Ich möchte versuchen dieses Rätsel in ein paar Zeilen aufzulösen:

Nehmen wir den Tourismus als Beispiel. Gäste kommen in die Alpen mit dem Ziel schöne Landschaft zu erleben (85% der Gäste). Diese Tatsache ist nichts Neues. Auch wenn es Kriterien für schöne Landschaft gibt (z.B. Kleingliedrigkeit), so liegt Schönheit immer im Auge des Betrachters. Landschaftserlebnisse dramaturgisch zu gestalten ist nun ein erster Schritt in Richtung Inwerstetzung. Doch greift z.B. die reine Gestaltung von Aussichtsplattformen zu kurz, man lässt das eigentliche Potential der Landschaft unausgeschöpft: seine Geschichte.

Der Landschaftsraum setzt sich aus unendlich vielen Elementen zusammen, die alle eine Geschichte haben. Wissen sollte man nun, dass der Mensch darauf programmiert ist,verstehen zu wollen. Er will die Geschichte der Landschaft erzählt bekommen. Er will begreifen, er will verstehen, das Ursprüngliche und Authentische erfahren.

Informationsvermittlung ist daher notwendig, zielgruppengerechte Aufbereitung sollte dabei eine Selbstverständlichkeit sein. Das bedeutet für Printmedien in der Regel Bilder und wenig Text. Informationsvermittlung wird durch greifbare und interaktive Elemente “zum selber Erleben” intensiviert. Guides – aus Fleisch und Blut – geben dem Informationstransfer eine exklusive Note und sorgen zusätzlich für lokale Wertschöpfung und die Bewahrung von Wissen.

Dieses durch Informationen vermittelte “Mehrwissen” ermöglicht es nun dem Gast die Landschaft zu begreifen.  Er erkennt den Wert der Landschaft. Das Bild in seinem Kopf besteht nicht mehr “nur” aus Kühen, Almen und Berggipfeln. Der Gast erfasst das ganze Gefüge, erkennt die Mühsal der Almarbeit, schätzt zum Beispiel den Wert und die Funktion einer mit Muskelkraft errichteten  Wasserzuleitung. Die dargebotene Information lenkt das Verständnis, gestaltet das Bild im Kopf des Gastes. Wenn alles richtig gemacht wurde, entsteht Wertschätzung durch den Gast. Diese ergibt sich natürlich nur, wenn  das “Gebotene” auf der Werteskala des Gastes  hoch angesiedelt ist.

Was sehen Sie? Verstehen Sie die Landschaft? Welche Informationen brauchen Sie zum Verstehen?

Was sehen Sie? Verstehen Sie die Landschaft? Welche Informationen brauchen Sie um die Landschaft zu begreifen?

Der letzte Schritt stellt den Übergang von der Wertschätzung zur Wertschöpfung dar. Dem Gast die Möglichkeit bieten, ein Stück von seinem Erlebnis mitnehmen zu können.  Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Zusammengefasst kann Inwersetzung als Bedienungsanleitung für z.B. eine Region verstanden werden: Landschaftserlebnisse dramaturgisch gestalten – gezielt Informationen streuen – ein Stück zum Mitnehmen anbieten.



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Was kann das sein…

Die Hochstadelalm im Oberdrautal zählt wohl zu den schönsten und urigsten Almen des Landes. Wahrscheinlich hat die schwierige Erreichbarkeit die Alm vor intensiv-touristischer Erschließung bewahrt. Um den Fortbestand und die sanfte Entwicklung der Alm als Tourismusziel zu forcieren, haben wir (Eckart Mandler, Otmar Lanzer und ich) uns auf den Weg gemacht um die Besonderheiten des Almareals aufzuspüren.

Am Weg zum “Grenzstein” – einem traumhaften Aussichtspunkt ins Lienzer Becken – kamen wir an einem unscheinbaren “Element” auf der Alm vorbei.

Inwertsetzung

Beim Hinweg hatten wir das “Etwas” gänzlich übersehen. Doch am Rückweg erblickte ich das “Ding”. Wahrscheinlich war es früher einmal ein Kalkbrennofen? oder etwas Ähnliches.  Dieses “Monument” erzählt eine Geschichte, es gibt der Alm und seiner Umgebung Bedeutung. Ein unscheinbares Element, das  – wenn wieder in Stand gesetzt – ein klassisches Beispiel für Inwertsetzung von Landschaftsräumen darstellen könnte. Plötzlich läuft die Geschichte von den Mühen des Alltagslebens der Senner und Hirten in unseren Köpfen. Wenn wir wissen, welchen Zweck der vermeintliche Kalkbrennofen  hatte und wie er bedient wurde, erkennen wir eine besondere Bedeutung in der Landschaft. Sie ist nicht mehr austauschbar!



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