Artikel-Schlagworte: „Klimawandel“

Programmhinweis

In der Sendung Dimensionen auf OE 1 kommt am nächsten Montag (21.6.) um 19.05 die Sendung “Nach dem letzten Tropfen”.  Christian Brüser hat zum Thema Peak Oil (die Tatsache, dass wir in absehbarer Zeit die Erdölförderung nicht mehr ausweiten können) und Transition Towns (bürgerschaftliches Engagement im Lichte von Klimawandel, Peak Oil, Finanzkrise…) recherchiert. Unter anderem hat er auch mich als ausgebildeten Transition Trainer interviewt. Was tatsächlich gesendet wird, weiß ich allerdings nicht! Interessant wird es aber in jedem Fall.

Link zur Kurzbeschreibung.

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Gedanken zum Wintertourismus

Der Winter steht schon vor der Türe, Kunst- und Naturschnee scharren schon in den Startlöchern. Das Wetter bis zu den Weihnachtsfeiertagen wird die tourismuspolitischen Themen vorgeben. Denn bleiben Natur- und Kunstschnee aus, kommt wie das Amen im Gebet wieder die Diskussion um den Klimawandel und Alternativen im Wintertourismus auf.

So muss der Winter aussehen!

So muss der Winter aussehen!

Mit dem Schnee schmilzt  ein Teil des Alpen-USP formuliert Martin Lohmann treffend. Damit trifft er hinsichtlich des Wintertourismus in den Alpen den Nagel auf den Kopf. Wer fährt in die Alpen ohne Schnee? Die Gäste kommen zum Schifahren bzw. wegen dem Wintererlebnis. Sollte der Klimawandel wirklich so massiv zuschlagen, dass die Schneesicherheit unter 1500m nicht mehr gegeben ist und wir im Hochwinter mit einer grünen (0der braunen) Landschaft rechnen müssen, wo liegt dann das USP der Alpen? Wieso nicht in den Schwarzwald fahren, oder in die Bucklige Welt? Was zeichnet die Alpen dann noch aus?

Die klassischen Massenskiorte werden es zukünftig grundsätzlich schwer haben. Der Kunde wird anspruchsvoller und bewegt sich immer stärker vom “Haben zum Sein”. Er sucht dasIndivduelle, Besondere und Persönliche. Kleine Skidestinationen die sich geschickt positionieren, können die Gewinner werden. Große Skigebiete werden um Besucherfrequenzen kämpfen müssen, es wird ein hartes Wettrüsten kombiniert mit einem Preiskampf. Dieser Trend wird nun noch zusätzlich vom diffusen Klimawandel überlagert. Die Klimaentwicklung ist noch schwieriger einzuschätzen als die Werteentwicklung und somit die Nachfragetrends.  Die Nachfrageentwicklung ist bei stabilen wirtschaftlichen Verhältnissen noch vergleichsweise einfach vorherzusehen. Klimatische Entwicklungen zu prognostizieren bleibt ein äußerst vages Unterfangen. An ernsthaften Alternativen im Wintertourismus wird man daher voerst nicht arbeiten. Dafür sind die Klimaveränderungen für die Akteure zu unsicher und die Alternativen zu verschneiten Alpendörfern zu schwer vorstellbar.  Wellnessoasen und Gesundheitstourismus als Ersatz zum Skitourismus und Wintererlebnis? Das funktionieren auch außerhalb der Alpen, neues USP ist das keines.

Die wintertouristische Macht der Alpen ist in Gefahr. Der Wachstumstrend scheint im dem Lichte der Werteentwicklung, des Klimawandels, steigender Transport- & Energiekosten und nicht zuletzt auf Grund der Wirtschaftskrise seinen Aufwärtstrend nicht fortsetzen zu können.

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Der Winter und die Zukunft des Wintertourismus

Angesichts der Prognosen muss man sich vor dem Winter wirklich fürchten. Ulrich Reinhard, Vorstand der Stiftung für Zukunftsfragen von BAT (British American Tobacco),  spricht von 20 Prozent weniger Deutschen in der kommenden Wintersaison. Kurzfristige und kleinräumige Prognosen sind natürlich immer sehr gefährlich, doch scheinen die Vorzeichen für die Wintersaison tatsächlich nicht gut zu stehen. Die Angst um den Arbeitsplatz ist noch immer akut, der 2. Urlaub wird oft gestrichen. Grundsätzlich attestiert der Zukunftsforscher Reinhard dem Volk auch eine sinkende Urlaubslust. Die Anschläge von 9/11 hätten zu einem ersten massiven Absinken von Urlaubsreisen geführt, die Weltwirtschaftskrise vertiefe nun seinen Ausführungen nach diese Kerbe.

Passend zum Wetter dieser Tage!

Passend zum Wetter dieser Tage!

Mittelfristig  sieht er den Klimawandel als massives Problem: ” Wenn man in einigen Jahren nur mehr auf über 1500 Metern Skifahren kann, dann hilft ohnehin nur vom Skitourismus wegzukommen”. Diese Einschätzung kann ich nicht ganz  mit ihm teilen. Dass der Mensch das Klima durch sein Handeln beeinflusst, steht für mich außer Streit. So oder so muss in diesem Zusammenhang etwas gemacht werden. Doch herrscht in der Wissenschaft noch immer kein Konsens wie sich das Klima weiter entwicklen wird. Das “Klima” kann rasch kippen oder langsam wärmer werden. Global Dimming und die Sonnenaktivität überlagern den antropologisch verursachten Klimawandel. Immer neue Aspekte tauchen auf. Nachdem die Wissenschaft nicht in der Lage ist das Erdklima mit einem ausreichend exakten Modell zu beschreiben, glaube ich auch nicht, dass es möglich ist präzise Voraussagen zu machen. Diese meine Skepsis soll bitte keine Werbung für eine “business as usual”-Strategie sein. Das Vorsorgeprinzip sollte uns auf alle Fälle dazu verpflichten, dass wir unsere Umwelt schonen. Der Mensch muss wieder lernen, dass er ein Teil des Systems Erde ist. Die Erde spielt nicht nach unseren Regeln, wir müssen uns ihren Regeln unterordnen.

Kurz- und mittelfristig wird uns aber nicht der Klimawandel oder drohende Energieknappheit beschäftigen, sondern die noch immer nicht ausgestandene Finanzkrise. Die Ursachen der Krise wurden nicht im geringsten “bearbeitet”. Viele Analysten und Kommentatoren sprechen ganz deutlich von einer weiteren Runde Kasino-Kapitalismus, finanziert durch Rettungspakete der Staaten (Steuerzahler). Doch auch diese Runde (Blase) wird ein Ende finden.

In Summe sind die Aussichten kurz- und mittelfristig nicht besonders erbauend. Ein klarer Blick für die wesentlichen Zusammenhänge ist in dieser Situation hilfreich! Wir befinden uns in “unsicheren Zeiten” – alt hergebrachte Modelle funktionieren nicht mehr – klimatologisch als auch wirtschaftlich!

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