Tag: strukturwandel

Mein Lebensprojekt

Traditionell blickt man am Ende jedes Jahres mit einem Auge zurück und mit dem anderen nach vor. Was ist gelaufen, was bringt die Zukunft? Für mich persönlich hat mein “Lebensprojekt”  Zukunftsraum begonnen.  Angetrieben von der Frage nach dem Warum und Wieso stelle ich mich den Fragen der Zukunft.

Die Erde dreht sich auch 2010 weiter!

Die Erde dreht sich auch 2010 weiter!

Zukunft war in den letzten 60 Jahren immer ein Garant, dass es für uns Westeuropäer – zumindest materiell – immer besser wird. Im historischen Kontext haben wir es mit einer einmaligen Situation und einem einmaligen Wohlstandsgewinn zu tun. Spätestens seit der Jahrtausendwende hat sich das positive Zukunftsbild etwas verdunkelt. Die Internetblase, die Anschläge von 9/11, Afganistan, Irak, Ölpreisrally, Finanzkrise, Wirtschaftskrise, Klimaalarm, um nur einige wenige ganz offensichtliche Ereignisse zu erwähnen. Gerade mit den jüngsten wirtschaftlichen Ereignissen hat ein Nachdenkprozess eingesetzt, die Zukunft wird kritischer gesehen. Wer offenen Auges durch die Welt geht, Zeitung liest, sich im Internet erkundigt und reflektiert, der kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich etwas tut.

Ich persönlich bin nach 3-jährigem persönlichen Studium von Peak Oil, Finanz- und Wirtschaftssystem, Klimawandel und sozialer Gerechtigkeit zu der Erkenntnis gelangt, dass wir am Anfang eines Strukturwandels stecken. Was wir im Moment erleben ist nicht nur ein kleiner Knick in der Wachstumskurve, es sind die ersten Zeichen für einen strukturellen Wandel in der Wirtschaft und der Gesellschaft. Aus eben dieser Erkenntnis ist mein Lebensprojekt Zukunftsraum entstanden.  Es bewegt sich eigentlich zwischen zwei Welten. Mit einem Bein ist es in den bestehenden Strukturen verankert, mit dem zweiten Bein macht es erste Schritte in die Zukunft. Was die beiden Gliedmaßen zusammenhält ist das Wissen über die Wichtigkeit lokal verwurzelter, funktionierender und agierender Akteure, Strukturen und Gemeinschaften.

Blicken wir also in die Zukunft. Offiziell eröffnet wird das Jahr 2010 mit der Teilnahme am Wachstum im Wandel – Kongress im Jänner in Wien. Im Februar wird vernetzt. Gemeinsam mit  anderen Beratern wird an einem Beratungsleitbild zum Wandel gearbeitet. Das Thema des Wandels wird im März mit dem von mir durchgeführten Workshop “Welt im Wandel”  in Lienz weitergetragen. Im April steht  eine persönliche Horizonterweiterung am Plan: Ausbildung zum Transition Trainer. Bis Mai sollte die Produktion der Printprodukte (Erlebnisführer) für den Outdoorpark Oberdrautal abgeschlossen sein. Gemeinschaftlich wird in der ersten Jahreshälfte auch das Thema Flusswandern auf der Drau weiterentwickelt. Soweit die ersten Fixpunkte. Einige Projekte hängen noch in der Ideen-Konzept-Schleife in meinem Hirn. Wenn die Zeit dafür Reif ist, werden sie an die Öffentlichkeit gelangen.

2010 wird ein Jahr der Unsicherheit, so verkünden es die Medien und sie dürften Recht damit haben. Relative Sicherheit können wir nur haben wenn es globales robustes Wachstum gibt. Dann ist abzusehen was passieren wird. Doch dem Wachstumsprozess liegen immer mehr Hindernisse im Weg: Explodierende Staatsschulden, steigende Energiekosten, steigende Arbeitslosigkeit, steigende soziale Ungleichverteilung, die Weltklimakrise. Offiziell gibt es keine Alternative zum System des Wirtschaftswachstums, nur dieses erzeuge Stabilität. Dass dies aber nur die halbe Wahrheit ist, vermitteln uns sämtliche zuvor erwähnten krisenhaften Entwicklungen. Dass an gesellschaftlicher Stabilität auch abseits von Wirtschafswachstum gearbeitet werden kann, zeigen uns heute schon zahlreiche “Grass-Roots-Initiativen”. Diese Bewegungen “von unten” arbeiten praxisorientiert an der Zukunft. 2010 werde ich mich verstärkt dieser Initiativen annehmen und den Gedanken einer basisorientierten und selbstbestimmten Entwicklung stärker vorantreiben. Zukunftsraum möchte damit einen Schritt weiter gehen, Ideologien beiseite lassend, einen Schritt weiter in Richtung einer zukunftsfähigen Gesellschaft.



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Vom Haben zum Sein

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem ausgeprägten Umbruch, daran gibt es nichts zu rütteln. Gesellschaftlicher Wandel ist nicht leicht wahrnehmbar. Nur 1 bis 2 Prozent pro Jahr ändern sich die unterschiedlichen Indikatoren die den Wandel anzeigen. Im Laufe der Zeit ergibt sich daraus jedoch eine erhebliche Summe.

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Wir bewegen uns vom “Haben zum Sein”. Der Postmaterialismus klopft an, der Lifestyle of Health and Sustainability (LOHAS) führt uns das vor Augen.

Lohas sind intensive Leser und kaufen mehr Bücher als durchschnittliche Amerikaner. Sie sehen weniger fern, weil sie die meisten TV-Sendungen nicht mögen und die Qualität der Nachrichtensendungen für bedenklich ahlten…In dem Streben nach Authentizität lehnen sie schlechte Qualität und Wegwerartikel ebenso ab wie Markenwahn! [Paul Ray, amerikanischer Soziologe].

LOHAS sind die Vorboten des Wechsels vom “Haben zum Sein”.  Der neue Luxus manifestiert sich in Zeit, Ruhe, Gesundheit, Sicherheit,  intakter Natur und SINN. Lesehotels, Volunteering, Urlaub am Bauernhof, Bildungsurlaub sind nur einige Stichworte an denen die Entwicklung vom Haben zum Sein ablesbar ist. Das Erleben, ist eine Form des Seins.  Erlebnisse finden im Kopf statt, was bedeutet, dass das Geschichtenerzählen keine Einbahnkommunikation ist. Der Rezipient (Gast, Urlauber) nimmt Informationen der Geschichte auf und interpretiert sie nach seinem persönlichen Hintergrund. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir im Tourismus wissen, wer unsere Gäste sind.  Das Erlebnis ist das Besondere, das Außergewöhnliche. Danach suchen alle, auch die LOHAS. Dabei ist die Masse verpönt und das Individuelle gefragt.

Die ganze Reichweite der sich anbahnenden Veränderungen vom Haben zum Sein können wir noch nicht in seiner Gesamtheit begreifen. Das ist auch nicht notwendig. Fest steht, es wird Gewinner und Verlierer geben und Wege entstehen im Gehen.



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IEA sieht klar!

Die Diskussion über das Thema Peak Oil hat sich in den letzten Monaten ganz maßgeblich verändert. Erzählten bis vor wenigen Monaten noch alle maßgeblichen Institutionen von Versorgungsengpässen frühestens nach 2020, so hat die IEA ihre Meinung verändert. Bereits im Herbst 2008 läutete die IEA die Alarmglocken. Im Zuge der Finanzkrise ging der Warnschuss aber unter. Jetzt meldete sich Fatih Birol, Chief Economist of the International Energy Agency, wieder zu Wort:

Many people think there will be a recovery in a few years’ time but it will be a slow recovery and a fragile recovery and we will have the risk that the recovery will be strangled with higher oil prices …  Oil production has already peaked in non-Opec countries and the era of cheap oil has come to an end.

Dass ein steigender Ölpreis der Wirtschaft nicht zuträglich ist, ist kein Geheimnis. Die IEA stellt das in ihrem Bericht “Analys is of the impact of high oil prices on the global economy” fest und die nachstehende Grafik scheint diesen Umstand zu untermauern.

Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Wie lange wird ein System noch bestehen können das  Wachstum für sein Wohl dringend braucht? Unser Wirtschaftssystem steht zunehmend auf tönernen Beinen. Egal ob Industrie oder Tourismus, ein Strukturwandel in unserem gesamten Wirtschaftssystem scheint vor der Türe zu stehen. Es wird notwendig werden den viel “mißbrauchten” Begriff der Nachhaltigkeit endlich mit Inhalten zu füllen.



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