Artikel-Schlagworte: „Wandel“

Forum Kulturelle Nachhaltigkeit

Der Wandel braust mit riesen Schritten heran. Das ist die gute und auch schlechte Nachricht vom Forum kulturelle Nachhaltigkeit. Denn ganz klar ist uns eigentlich nicht, was dies nun bedeutet? Was ist notwendig, um mit dem Wandel umzugehen und wohin wandeln wir uns eigentlich? Beim Forum kulturelle Nachhaltigkeit, bei dem 40 Organisationen aus ganz Österreich teilnehmen, wurde diese Unklarheit des Wandels bzw. des Wandelbegriffs deutlich spürbar. Meiner Wahrnehmung nach scheiden sich die Geister an der Frage, ob wir ein gänzlich neues “Betriebssystem” für die Gesellschaft brauchen, oder ob wir das alte reparieren können!? Etwas klarer ausgedrückt, ist ökosoziale Marktwirtschaft eine Antwort, oder ist unsere Gesellschaft gänzlich anders – im Sinne einer Selbstorganisationsfähigkeit von Regionen – zu organisieren. Neben dieser zugegebenermaßen sehr wichtigen (Streit)Frage, herrscht jedoch Einigkeit darüber, dass quantiatives Wachstum nicht fortführbar ist. Qualitatives Wachstum (was auch immer damit gemeint sei) kann quantitatives Wachstum nicht ersetzten. Um es auf den Punkt zu bringen: Welches Betriebssystem wir zukünftig auch immer verwenden werden, das System muss mit Nullwachstum bzw. negativem Wachstum zurecht kommen. Wie wir wissen, ist das mit der neoliberalen Marktwirtschaft nicht möglich.

Vision für die Zukunft - http://zyozy.org/

Was beim Forum meiner Meinung nach  ganz klar ersichtlich wurde:

Punkt 1

Es gibt keine Blaupause für den Wandel. Es gibt keinen Fahrplan, kein fertiges Konzept, keinen Handlungsleitfaden. Bis zu einem gewissen Grad getraue ich mir auch zu behaupten, wir haben noch nicht einmal ein Ziel. Wahrscheinlich braucht es das auch nicht. Denn wichtig ist nicht das Ziel – das wir vielleicht nie erreichen – sondern eine Vision wie wir leben wollen und die Gestaltung des Prozesses, der uns der Vision näher bringt.

Punkt 2

Prozesse müssen gestaltet werden. Von der Politik, der Wirtschaft und den Bürgern. Dabei haben Wirtschaft und Politik eine starke Dynamik. Politik und Wirtschaft agieren, die Bevölkerung reagiert und lässt sich führen und steuern. Genau hiert liegt ein ganz wichtiger Ansatzpunkt. Solange sich die Bevölkerung unkritisch führen lässt, lässt sich keine Wandeldynamik erzeugen. Wir brauchen Selbstermächtigung der Bevölkerung, Selbststeuerung, Selbstvertrauen und Zivilcourage. Solange wir passiv sind und warten, dass etwas geschieht, sind wir Entwicklungen ausgeliefert. Tom Beck (der Mann ist wirklich gut) würde sagen: Wir müssen in unsere Kraft gehen!!!

Die Zukunft ist unsicher, die Zukunft ist anders. Die Zukunft liegt an uns. Sicher ist hingegen: Nur wenn wir den Rechenstift durch unser Herz ersetzen, werden wir eine glückliche Zukunft haben.

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Bye – bye Darwin

Wer kennt ihn nicht, Charles Darwin. Selten hat ein Biologe unsere Sicht der Welt so beeinflusst wie er. “Survival of the fittest”, ist ein viel zitierter Ausspruch der im Rahmen der Evolutionstheorie mit Darwin in Verbindung gebracht wird. Eigentlich zu unrecht, denn der Satz stammt von Herbert Spencer, der mit diesem Ausspruch die “Denke” Darwins zusammenfasste.  Nicht selten wird unser täglicher wirtschaftlicher Konkurrenzkampf mit den Erkenntnissen von Charles Darwin legitimiert bzw. verzerrt. Denn “survival of the fittest” meint nicht den “Fittesten und Gesundesten” sondern den am besten Angepassten.

Charles Darwin im 51. Lebensjahr

Charles Darwin im 51. Lebensjahr - Wikipedia

Wie sich in den letzten Jahren herausstellte, sind Darwins Thesen nicht länger zur Gänze haltbar. Dabei sind 2 Punkte von besonderer Bedeutung:

1. Evoulution geschieht nicht schleichend und fortwährend wie Darwin behauptet, sondern ist geprägt von stabilen Phasen (Stasis), die von Phasen des Umbruchs unterbrochen werden. In diesen Entwicklungsschüben passiert in sehr kurzer Zeit sehr viel (vgl. Bauer J | Das kooperative Gen | S. 66).

2. Voraussetzung darwinistischer Entwicklungen ist die Blindheit der sich entwickelnden Individuen gegenüber den Rahmenbedingungen (vgl. Wikipedia). Diese Erkenntnis muss heute auch zurückgewiesen werden. Denn Evolution geschieht nicht zufällig, sondern wird aktiv betrieben und durch externe Stressoren – wie zum Beispiel klimatischen Veränderungen – angestoßen (vgl. Bauer J.| Das kooperative Gen | S. 67).

Diese 2 Tatsachen haben eine große Bedeutung für unsere weitere gesellschaftliche Entwicklung. Berücksichtigt man nämlich die fraktale Ordnung unserer Welt, dann ist der Schluss zulässig, dass sich gravierende gesellschaftliche Veränderungen auch schubweise ereignen und nicht langsam und schleichend. [ Fraktale Ordnung: In diesem Konzept geht man davon aus, dass die Welt nach dem Prinzip des Selbstähnlichkeit aufgebaut ist. Zusammenhänge und Strukturen auf zellulärer Ebene finden sich auch in der Gesellschaft wieder]. Dass  ein Wandel in unserer Gesellschaft vor der Türe steht, ist für wache Geister unübersehbar. Dennis Meadows, der Verfasser des bekannten Buchs “Grenzen des Wachstums” geht sogar davon aus, dass sich die Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren stärker ändern wird als in den letzten 50 Jahren.

Die Evolution geht weiter und Darwins Thesen werden wahrscheinlich noch länger die Basis der Gedankenkonstrukte vieler Menschen beeinflussen, auch wenn seine  Erkenntnisse heute schon großteils widerlegt wurden.

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