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Der Winter und die Zukunft des Wintertourismus
Angesichts der Prognosen muss man sich vor dem Winter wirklich fürchten. Ulrich Reinhard, Vorstand der Stiftung für Zukunftsfragen von BAT (British American Tobacco), spricht von 20 Prozent weniger Deutschen in der kommenden Wintersaison. Kurzfristige und kleinräumige Prognosen sind natürlich immer sehr gefährlich, doch scheinen die Vorzeichen für die Wintersaison tatsächlich nicht gut zu stehen. Die Angst um den Arbeitsplatz ist noch immer akut, der 2. Urlaub wird oft gestrichen. Grundsätzlich attestiert der Zukunftsforscher Reinhard dem Volk auch eine sinkende Urlaubslust. Die Anschläge von 9/11 hätten zu einem ersten massiven Absinken von Urlaubsreisen geführt, die Weltwirtschaftskrise vertiefe nun seinen Ausführungen nach diese Kerbe.

Passend zum Wetter dieser Tage!
Mittelfristig sieht er den Klimawandel als massives Problem: ” Wenn man in einigen Jahren nur mehr auf über 1500 Metern Skifahren kann, dann hilft ohnehin nur vom Skitourismus wegzukommen”. Diese Einschätzung kann ich nicht ganz mit ihm teilen. Dass der Mensch das Klima durch sein Handeln beeinflusst, steht für mich außer Streit. So oder so muss in diesem Zusammenhang etwas gemacht werden. Doch herrscht in der Wissenschaft noch immer kein Konsens wie sich das Klima weiter entwicklen wird. Das “Klima” kann rasch kippen oder langsam wärmer werden. Global Dimming und die Sonnenaktivität überlagern den antropologisch verursachten Klimawandel. Immer neue Aspekte tauchen auf. Nachdem die Wissenschaft nicht in der Lage ist das Erdklima mit einem ausreichend exakten Modell zu beschreiben, glaube ich auch nicht, dass es möglich ist präzise Voraussagen zu machen. Diese meine Skepsis soll bitte keine Werbung für eine “business as usual”-Strategie sein. Das Vorsorgeprinzip sollte uns auf alle Fälle dazu verpflichten, dass wir unsere Umwelt schonen. Der Mensch muss wieder lernen, dass er ein Teil des Systems Erde ist. Die Erde spielt nicht nach unseren Regeln, wir müssen uns ihren Regeln unterordnen.
Kurz- und mittelfristig wird uns aber nicht der Klimawandel oder drohende Energieknappheit beschäftigen, sondern die noch immer nicht ausgestandene Finanzkrise. Die Ursachen der Krise wurden nicht im geringsten “bearbeitet”. Viele Analysten und Kommentatoren sprechen ganz deutlich von einer weiteren Runde Kasino-Kapitalismus, finanziert durch Rettungspakete der Staaten (Steuerzahler). Doch auch diese Runde (Blase) wird ein Ende finden.
In Summe sind die Aussichten kurz- und mittelfristig nicht besonders erbauend. Ein klarer Blick für die wesentlichen Zusammenhänge ist in dieser Situation hilfreich! Wir befinden uns in “unsicheren Zeiten” – alt hergebrachte Modelle funktionieren nicht mehr – klimatologisch als auch wirtschaftlich!
Überkapazitäten
Effizienz und Produktivität sind die Kernfunktionen im Wirtschaftsleben. Doch läuft sich auch eine Effizienzsteigerung irgendwann einmal tot, zumindest wenn die Abnehmer fehlen. Laut einer Studie von “Price, Waterhouse Coopers” werden jährlich 20 Mio. PKW zu viel gebaut.

Überkapazitäten am Automarkt
Das System ist zu produktiv. Alleinig die Arbeitszeit für die Herstellung eines Golf verkürzte sich vom IVer Modell bis zum VIer von 44 auf geplante 22 Stunden. Es werden immer weniger Menschen gebraucht um die Produktion durchzuführen. Doch keine Arbeiter, keine Gehälter, kein Konsum. Es scheint als fresse das System seine Kinder. Die ganze Situation ist in einem aktuellen Artikel der Presse schön dargestellt (Link).
Das lebensgefährliche Spiel…
…mit der Krise, so der Titel des Leitartikels von Michael Fleischhacker in der Presse vom 5.9.2009. Endlich einmal ein Artikel der klar ausspricht wo die Probleme liegen und dass die Finanz- / Wirtschaftskrise sicherlich noch nicht ausgestanden ist.
Als das Weltwirtschaftssystem letzten Herbst auf der Kippe stand, sprangen die Staaten als Schuldner ein und pumpten Geld in das System. Geld das aus Luft erzezugt und in das System gesteckt wurde. Die Geldmenge hat sich dramatisch ausgeweitet. Wenn die Summen im System bleiben und in der realen Wirtschaft ankommen, dann stehen die Zeichen auf Inflation. Eine Inflation die sich nicht an die von der EU gewünschte 2%-Marke halten wird. Daher sind die Staaten und Zentralbanken gefordert die Liquidität aus dem Markt zu nehmen, ohne jedoch die Wirtschaft einzubremsen. Ausstieg ohne Absturz betitelt Fleischhacker die Aufgabe. Wie das Geld aus dem Markt genommen werden kann, darüber herrscht Ratlosigkeit.
Geldmengenausweitung in den USA
Fazit: Die schärfsten Krisenauswirkungen wurden nicht aufgehoben sondern nur aufgeschoben. Fleischhaker endet seinen Artikel mit folgenden Worten: ” Es gibt leider keinerlei Anzeichen dafür, dass die Politik bereit und in der Lage ist, den Menschen die Wahrheit zu sagen: Die Verschuldungskrise, die im Herbst 2008 ihren Höhepunkt erreicht hat, ist noch lange nicht vorüber.”