Tag: Wohlstand

Das BIP und mehr

Die Messung des Fortschritts in einer Welt im Wandel, so der Untertitel zu einem jüngst von der Europäischen Kommission veröffentlichten Stellungnahme zum Thema Wachstumsindikator.

Schon seit längerer Zeit bestehen verschiedene Bestrebungen das BIP als alleinigen Wachstums- und Wohlstandsindikator abzulösen.  Es ist hinlänglich bekannt, dass ab einer gewissen wirtschaftlichen Sättigung (Industrienationen) und dem damit einherschreitenden Güterkonsum die Bevölkerung keinen Wohlstandszuwachs mehr verspürt. Unterschiedliche Forschungen haben ergeben, dass es sich mit dem Konsum wie mit Lebensmitteln verhält: irgendwann ist man satt.

Um die Entwicklung der Gesellschaft und ihrer Fähigkeiten Probleme zu lösen abzubilden, möchte man künftig über den reinen monetären Wert von Gütern und Dienstleistungen hinausgehen. Der neue Indikator soll allumfassend sein. Soziale Faktoren, Umweltschäden, Freitzeit usw. sollen in den neuen Wert einfließen. Wie genau das passieren soll, darüber herrscht noch Unklarheit. In dem Papier der Europäischen Kommission sind ein paar Forderungen festgehalten. 2012 sollen erste Ergebnisse präsentiert werden, wie ein neuer Indikator aussehen könnte.

Alles in allem ein lobenswertes Ziel. Wenn dieser Indikator als neues Anreizsystem etabliert werden kann, könnte tatsächlich eine  positive Entwicklung in Gang gebracht werden. Hoffen wir das Beste!



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Das lebensgefährliche Spiel…

…mit der Krise, so der Titel des Leitartikels von Michael Fleischhacker in der Presse vom 5.9.2009. Endlich einmal ein Artikel der klar ausspricht wo die Probleme liegen und dass die Finanz- / Wirtschaftskrise sicherlich noch nicht ausgestanden ist.

Als das Weltwirtschaftssystem letzten Herbst auf der Kippe stand, sprangen die Staaten als Schuldner ein und pumpten Geld in das System. Geld das aus Luft erzezugt und in das System gesteckt wurde. Die Geldmenge hat sich dramatisch ausgeweitet.  Wenn die Summen im System bleiben und in der realen Wirtschaft ankommen, dann stehen die Zeichen auf Inflation. Eine Inflation die sich nicht an die von der EU gewünschte 2%-Marke halten wird. Daher sind die Staaten und Zentralbanken gefordert die Liquidität aus dem Markt zu nehmen, ohne jedoch die Wirtschaft einzubremsen. Ausstieg ohne Absturz betitelt Fleischhacker die Aufgabe. Wie das Geld aus dem Markt genommen werden kann, darüber herrscht Ratlosigkeit.

Geldmengenausweitung in den USA

Geldmengenausweitung in den USA

Der Bürger wird unterdessen mit positiven Nachrichten “eingelullt”. Wenn die Bevölkerung verstehen würde wie Banken heutzutage Bilanzieren dürfen würde ein Aufschrei wahrscheinlich nicht ausbleiben. Die Finanzinstitute dürfen nämlich Wertpapiere beinahe zu einem x-beliebigen Wert in die Bilanz aufnehmen. Zumindest müssen sie nicht den aktuellen (meist tieferen) Wert verwenden. Alles für schöne Bilanzen, welche das Vertrauen in die Banken steigern sollen. Für die Ermittlung der Steuerlast können allerdings die aktuellen Kurse verwendet werden. Jedem rechtschaffenden Bürger dreht sich hier wahrscheinlich der Magen um.

Fazit: Die schärfsten Krisenauswirkungen wurden nicht aufgehoben sondern nur aufgeschoben. Fleischhaker endet seinen Artikel mit folgenden Worten: ” Es gibt leider keinerlei Anzeichen dafür, dass die Politik bereit und in der Lage ist, den Menschen die Wahrheit zu sagen: Die Verschuldungskrise, die im Herbst 2008 ihren Höhepunkt erreicht hat, ist noch lange nicht vorüber.”



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