Artikel-Schlagworte: „Zukunft“

Ideenalm 2010

Bin gerade zurück von der herrlichen Ideenalm, die von Hannes Offenbacher und Nicol Arnitz initiert wurde. Hoch über Alpbach diente die Bischoferalm als Quartier für nachhaltige Denker aller Branchen und Richtungen. Jeder der geladenen Gäste wurde von Hannes vor die Kamera “gezerrt”, um in einem lockern Gespräch über Nachhaltigkeit zu sprechen. In meinem Gespräch drehte sich alles um regionale Entwicklung und die Diskrepanz zwischen planerischen Konzepten und praktischer Umsetzung.

Hannes Offenbacher bei der Arbeit - www.mehrblick.at

Hannes Offenbacher bei der "Arbeit" - www.mehrblick.at

Richtig spannend, war das abendliche Gespräch mit anderen Hüttengästen. Ich hatte die Freude mit Thomas Nasswetter, Valentin Heppner, Hannes Offenbacher, Nicole Arnitz, Marie Ringler und Helge Fahrnberger einen Abend lang die Welt retten zu wollen. Ok, wir haben zumindest nachgedacht und sind zu der Erkenntnis gekommen, reden ist gut, handeln ist besser. Trotzdem  bin ich überzeugt davon, dass es zunächst einen Refelxions- und Denkprozess braucht, bevor man in den “Aktivmodus” umschalten kann. Wann man von der Theorie in die Praxis schreitet, muss jeder selbst für sich bestimmen. Mich hat der Abend der Praxis auf alle Fälle wieder einen Schritt näher gebracht. Danke @all für die interessanten und lustigen Stunden.

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Vom Reden zum Tun

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. No na, ist ja eh klar, wenn da nicht das Problem wäre, dass der Weg vom Reden zum Tun ein sehr langer ist. Gestern erzählte mir zum Beispiel eine Bekannte, dass sie vor langer Zeit sich vorgenommen hatte, das Meditieren einen fixen Bestandteil ihres Lebens machen zu wollen. Es dauerte geschlagene 12 Jahre bis sie ihr Vorhaben umgesetzt hatte. Gut Ding braucht eben Weile…schon wieder so eine “Binsenweisheit”.

Bleiben wir beim Tun. Über Nachhaltigkeit reden alle, ernsthaft etwas dafür tun die wenigsten. Daher gebührt denen Ruhm und Ehre die sich engagieren. Ein positives Beispiel dafür das Jugendforum für eine nachhaltige Welt – auf die Beine gestellt von Josef Kreitmayer.

An 5 aufeinanderfolgenden Tagen wird in Eisenerz zum Thema Nachhaltigkeit geschraubt und gewerkelt. Neben fachlichem Input zu Finanzkrise, Peak Oil, Soziale Ungleichverteilung, Klimakrise usw. kommt auch der “inneren” Komponente des Menschen eine große Rolle zu. Dieser Bereich ist das Stiefkind der Nachhaltigkeitsdebatte. Wenn Emotionen,  Befürfnisse und Ähnliches am Programm stehen, wird man fälschlicher Weise sofort in die esoterische Ecke abgeschoben. Eigentlich sollte es klar und einleuchten, dass wir Menschen zuerst in unserem Inneren aufräumen müssen, um nachhaltig handlen zu können. Denn im Inneren des Menschen geht es ums Eingemachte. Dieser Bereich ist  die Achillesferse unserer Gesellschaft – das Innere, die Emotionen. Wir werden täglich darauf programmiert, Emotionen nur im privatesten Bereich zuzulassen. Emotionen in der Gesellschaft zu zeigen “is nich”.  Das Leben ist hart, die Wirtschaft & Konkurrenz ist hart. Folglich müssen wir härter sein. Dabei wird konsequent ausgeblendet, worum es im Leben eigentlich gehen sollte. Es wird eigenlich auch nicht mehr hinterfragt was wir genau als Gesellschaft “aufführen”. Ich pointiere: Unter der Woche arbeitsmäßig betäuben und am Wochenende dann das indivduell abgestimmtes Kontrastprogramm. Ob das so sein muss und was wir damit ökologisch und sozial anrichten, wird scheinbar nicht mehr reflektiert. Wir haben ja gar keine andere Möglichkeit…

Zurück nach Eisenerz: Tiefenökologie und meschliche Bedürfnisse  stehen hier genauso am Programm wie all die anderen Nachhaltigkeitsthemen. Eine Runde Sache, welche die Teilnehmer hier noch bis Samstag erleben können. Dem Ziel von Josef Kreitmayer, möglichst viele kontkrete Projekte aus diesem Jugendforum erwachsen zu lassen, kann man nur alles Gute wünschen.

P.S.: Es war schön mit interessierten, engagierten jungen Menschen zu arbeiten. Leider zu kurz! Danke!

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Soziale Transformation: Vom Schmetterling zur Raupe

Es gibt eine wunderbare Analogie für Veränderungsprozesse aus der Natur, wenn man einmal an die Welt der Schmetterlinge denkt.

Dabei handelt es sich um mehr als nur eine bildliche Metapher, wie die amerikanische Autorin Norie Huddle in ihrem Buch Butterfly – A tiny Tale of great Transormation wissenschaftlich beschreibt: Wenn sich eine Raupe in ihren Kokon einspinnt, dann entstehen – so wissen wir heute – in ihrem Körper neue Zellen, die von der Wissenschaft Imago-Zellen genannnt werden. Sie schwingen in einer anderern Frequenz als der Rest des Raupenkörpers. Sie sind so andersartig, dass das Immunsystem der Raupe sie für feindliche Fremdkörper hält, sie angreift und verschlingt. Aber diese neuen Imago-Zellen tauchen weiter auf und werden immer mehr. Schon bald kann das Immunsystem der Raupe diese Zellen nicht mehr schnell genug vernichten. So überleben immer mehr der Imago-Zellen diese Angriffe. Und dann passiert etwas Erstaunliches: Die kleinen und bis dahin ziemlich einsamen Imago-Zellen beginnen sich in kleine Gruppen zu verklumpen. Dabei schwingen sie auf einer ähnlichen Ebene und beginnen von Zelle zu Zelle Informationen miteinander auszutauschen. Dann nach einer Weile passiert wieder etwas höchst Erstaunliches: Diese Klumpen von Imago-Zellen beginnen Gruppen zu bilden! Sie ergeben einen langen Faden von in Haufen verklumpten Imago-Zellen, die in der gleichen Frequenz schwingen und nun in größerem Maßstab miteinander innerhalb der verpupppten Larve Informationen austauschen. Dann, an einem bestimmten Punkt, scheint dieser lange Faden von Imago-Zellen plötzlich zu begreifen, dass er etwas ist. Etwas anderes als die Raupe. Etwas Neues! Und mit der Erkenntnis einer eigenen Identiät verwandelt er den alten Raupenkörper von innen. Diese Erkenntnis ist die eigentliche Geburt des Schmetterlings. Denn damit kann jetzt jede Schmetterlingszelle ihre eigene Aufgabe übernehmen. Für jede der neuen Zellen ist etwas zu tun, alle sind wichtig. Und alle anderen Zellen unterstützen sie darin, genau das zu tun. Das ist die perfekte Methode, einen Schmetterling zu erschaffen. Und ein perfekter Weg, eine Schmetterlingsbewegung aufzubauen…

Zitiert aus: Zukunft entsteht aus Krise, S.237-238 – Nicanor Perlas im Gespräch mit Gesko v. Lüpke

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Tasten & Fühlen

Es wird ein Tasten & Fühlen, ein Probieren & Scheitern, ein Wagen und Gewinnen. Der Weg in die Zukunft ist noch unklar. Erste Zeichen wo es hin geht, nimmt der aufmerksame Betrachter bereits wahr.  Sosehr der Weg auch von Unsicherheit geprägt sein wird, eines ist klar:  es wird anders werden, sehr anders, und BESSER. Im Angesicht von Peak Oil, Klimawandel, Finanzkrise und sozialer Krise, kann es eigentlich nur mehr besser werden. Wer dem  Sturm ins Auge gesehen hat, sieht dahinter das Licht. Noch wähnen wir uns in bzw. vor einer Krise und nur wenige verstehen, dass es uns nach der Krise besser gehen wird. Mehr Zeit,  mehr sinnvolle Arbeit, mehr Freude. Nur unter diesen Umständen können sich Menschen gedeihlich weiterentwickeln und die  Menschen  zu einer Weltgesellschaft zusammenwachsen.

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Forum Kulturelle Nachhaltigkeit

Der Wandel braust mit riesen Schritten heran. Das ist die gute und auch schlechte Nachricht vom Forum kulturelle Nachhaltigkeit. Denn ganz klar ist uns eigentlich nicht, was dies nun bedeutet? Was ist notwendig, um mit dem Wandel umzugehen und wohin wandeln wir uns eigentlich? Beim Forum kulturelle Nachhaltigkeit, bei dem 40 Organisationen aus ganz Österreich teilnehmen, wurde diese Unklarheit des Wandels bzw. des Wandelbegriffs deutlich spürbar. Meiner Wahrnehmung nach scheiden sich die Geister an der Frage, ob wir ein gänzlich neues “Betriebssystem” für die Gesellschaft brauchen, oder ob wir das alte reparieren können!? Etwas klarer ausgedrückt, ist ökosoziale Marktwirtschaft eine Antwort, oder ist unsere Gesellschaft gänzlich anders – im Sinne einer Selbstorganisationsfähigkeit von Regionen – zu organisieren. Neben dieser zugegebenermaßen sehr wichtigen (Streit)Frage, herrscht jedoch Einigkeit darüber, dass quantiatives Wachstum nicht fortführbar ist. Qualitatives Wachstum (was auch immer damit gemeint sei) kann quantitatives Wachstum nicht ersetzten. Um es auf den Punkt zu bringen: Welches Betriebssystem wir zukünftig auch immer verwenden werden, das System muss mit Nullwachstum bzw. negativem Wachstum zurecht kommen. Wie wir wissen, ist das mit der neoliberalen Marktwirtschaft nicht möglich.

Vision für die Zukunft - http://zyozy.org/

Was beim Forum meiner Meinung nach  ganz klar ersichtlich wurde:

Punkt 1

Es gibt keine Blaupause für den Wandel. Es gibt keinen Fahrplan, kein fertiges Konzept, keinen Handlungsleitfaden. Bis zu einem gewissen Grad getraue ich mir auch zu behaupten, wir haben noch nicht einmal ein Ziel. Wahrscheinlich braucht es das auch nicht. Denn wichtig ist nicht das Ziel – das wir vielleicht nie erreichen – sondern eine Vision wie wir leben wollen und die Gestaltung des Prozesses, der uns der Vision näher bringt.

Punkt 2

Prozesse müssen gestaltet werden. Von der Politik, der Wirtschaft und den Bürgern. Dabei haben Wirtschaft und Politik eine starke Dynamik. Politik und Wirtschaft agieren, die Bevölkerung reagiert und lässt sich führen und steuern. Genau hiert liegt ein ganz wichtiger Ansatzpunkt. Solange sich die Bevölkerung unkritisch führen lässt, lässt sich keine Wandeldynamik erzeugen. Wir brauchen Selbstermächtigung der Bevölkerung, Selbststeuerung, Selbstvertrauen und Zivilcourage. Solange wir passiv sind und warten, dass etwas geschieht, sind wir Entwicklungen ausgeliefert. Tom Beck (der Mann ist wirklich gut) würde sagen: Wir müssen in unsere Kraft gehen!!!

Die Zukunft ist unsicher, die Zukunft ist anders. Die Zukunft liegt an uns. Sicher ist hingegen: Nur wenn wir den Rechenstift durch unser Herz ersetzen, werden wir eine glückliche Zukunft haben.

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